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Deutsche Hopfensorten

Ohne Hopfen kein Bier! So ist Deutschland nicht nur das Land des Bieres, sondern auch der Hopfensorten! Wir haben für euch die wichtigsten Hopfensorten und alles Wissenswerte Drumherum zusammengestellt!

Hopfensorten in Deutschland

In Deutschland wird bereits seit 736 nach Christus Hopfen kultiviert.

Dabei ist das deutsche Hopfenanbaugebiet in Hallertau in Bayern das weltweit größte zusammenhängende Anbaugebiet und auch der Ursprung der deutschen Hopfenzucht und zugleich Namensgeber diverser Hopfensorten.

Seit geraumer Zeit wird auf deutschen Böden der echte Hopfen (Humulus Lupulus) angebaut.

Inzwischen gibt es extrem viele Hopfensorten. Sie werden untergliedert in alte als auch in neue Züchtungen. Die Hopfensorten unterscheiden sich besonders beim Aroma. Durch das Aromaspektrum werden verschiedene Geschmacksnoten erreicht.

Zu den Geschmacksrichtungen gehören:

  • fruchtige
  • blumige
  • holzige
  • erdige
  • süße
  • würzige

Eine bedeutende Rolle beim kommerziellen Anbau spielt der Unterschied zwischen Bitter- und Aroma-Hopfen. Aber auch der Hobbybrauer kommt Dank der großen Anzahl an facettenreichen Hopfensorten beim Hopfenanbau in seinem Garten zu neuen Geschmackserlebnissen.

In der ganzen Welt ist besonders deutscher Hopfen sehr beliebt. 70 Prozent der deutschen Hopfenernte wird laut dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer in mehr als 100 verschiedene Länder exportiert. Demnach macht ein Drittel der gesamten Weltproduktion der Hopfen, der in Deutschland wächst, aus (in Europa sind es 70 Prozent).

Der enorm hohe Exportanteil liegt auch daran, dass Hopfen eine unerlässliche Zutat beim Bierbrauen ist. Hopfen ist es , der zur vielfältigen Geschmacksentwicklung beiträgt.

Kurz gesagt: Hopfen verleiht dem Bier die Seele.

Beim Bierbrauen bieten sich unzählige Möglichkeiten beim Kombinieren der Doldenpflanzen, denn es gibt weltweit über 200 unterschiedliche Hopfensorten.

2019 gab es in Deutschland im wirtschaftlichen Anbau 44 Hopfensorten. Die Tendenz ist steigend. Die auf deutschen Hopfenflächen angebauten Sorten stammen zu 83,3 % aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll.

Alte und neue Hopfensorten  aus Deutschland

Alte Hopfensorten

Durch das Kultivieren der Hopfenpflanzen seit Jahrhunderten in Deutschland gibt es eine enorme Anzahl an facettenreichen Hopfensorten. Viele Hopfensorten davon verfügen über ein stattliches Alter und werden nach wie vor im Anbau verwendet.

Die traditionellen Sorten, die schon unsere Vorfahren zu schätzen wussten, geben heute den Ton an und setzen einen neuen Trend. Durch diesen Trend steigt auch der Export der Hopfenpflanzen an.

Auch Hobbybrauer nutzen gern die alten Hopfensorten, um ihre Bierspezialität nach eigenen Wünschen zu kreieren. Und mit passenden Standortbedingungen (Hopfen ist ein Sonnenanbeter) lässt sie sich als Zierpflanze im Garten ebenfalls wunderbar kultivieren.

Neue Hopfensorten

Immer wieder kommen von dem Naturprodukt Hopfen neue Züchtungen auf den Markt. Bis zur vollständigen Entwicklung einer neuen Hopfensorte kann es aber schon ein paar Jahrzehnte dauern. Doch das Warten lohnt sich, denn die modernen Hopfensorten überraschen immer wieder mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen. Das Bier erhält durch diese Geschmacksentwicklungen ein spezielles Aroma und dadurch bleibt der Biermarkt immer wieder lebendig und erfreut sich so vieler Bierliebhaber.

Die deutliche Erleichterung beim Pflanzen und Bearbeiten der Hopfenkultur wird dadurch erreicht, dass bei der Züchtung der neuen Hopfensorten Wert auf Kleinwüchsigkeit gelegt wird. Das Ziel sollen kleinwüchsige, aber ertragreiche Pflanzen sein.

Dieses Ziel erreicht in Deutschland das Hopfenforschungszentrum im bayerischen Hüll. Die meisten neuen Zuchtsorten stammen aus dem bayerischen Hüll. Dort wird bei der Züchtung auch Wert auf resistente Attribute gelegt.

Hopfen aus Deutschland

Hier wird in Aroma- und Bitterhopfen unterschieden. Es sind zwei Arten von Hopfen, deren Unterteilung nach dem sogenannten Alphasäure-Gehalt vorgenommen wird. Bei Bitterhopfen ist der Alphasäure-Gehalt oft höher als bei Aroma-Hopfen. Für die lange Haltbarkeit des Bieres ist besonders der hohe Gehalt an Alphasäure verantwortlich.

Heute wird jedoch die strenge Einteilung aufgelockert, weil im Grunde jede Hopfensorte zur Bitter- und Aromenabgabe verwendet werden kann.

In Deutschland wurde der erste urkundliche Hopfenanbau bereits im Jahre 860 erwähnt, demnach wird in Deutschland seit dem 8. Jahrhundert Hopfen angebaut. Die erste Erwähnung war in der Hallertau bei Nandlstadt. Bis heute unterlagen die deutschen Hopfenanbaugebiete immer wieder kehrenden Veränderungen und wurden schließlich zu den heute bekannten Gebieten:

zusammengefasst.

Eine ganz besondere Bedeutung in Deutschland besitzt die Hallertau. Die Anbaufläche der Hallertau erstreckt sich über München – Ingolstadt – Nürnberg – Regensburg – und Landshut. Die Hallertau überzeugt nicht nur mit ihrem herausragenden Gebiet, sondern auch mit ihren weltweit geschätzten Hopfensorten. Brauereien schätzen die Hallertauer Hopfensorten besonders wegen ihrer hervorragenden Qualität.

Deutsche Hopfensorten – Bitterhopfen

Hallertauer Herkules – besonders geeignet für Lager 

  • gehört zur Hochalphasorte
  • ständige Erweiterung der Anbauflächen
  • ist der Held unter den Bitterhopfen
  • sehr hoher Bitterwert
  • mittleres, aber kraftvolles Aroma
  • gute Lagerstabilität
  • intensive Würze
  • harzig
  • Würzspektrum: schwarzer Pfeffer, Zitrone, Honigmelone, Orange
  • verleiht dem Bier langanhaltendes, volles, intensives Aroma

Hallertauer Magnum – besonders geeignet für Lager, Pils, Stout und Ale

  • hoher Ertrag
  • guter Wuchs
  • Hochalphasorte
  • Züchtung im Hopfenforschungszentrum Hüll
  • 1993 Erstzulassung
  • sehr hoher Bitterwert
  • mittleres Aroma
  • gute Lagerstabilität
  • harmonische Bittere, mittlerer Intensität
  • dezentes Aroma
  • fruchtiger, blumiger Geruch

Hallertauer Polaris – besonders geeignet für India Pale Ales (IPAs)

  • neue Hopfensorte
  • „Gletschereis“ der Hüller Hopfenzüchtung
  • 18 Prozent Anteil an Alphasäuren
  • hervorragend fruchtiges Aroma
  • Hallertauer Aroma-Hopfen
  • Anteil Gesamtöl 4,0 bis 4,0 ml pro 100 Gramm

Hallertauer Taurus

  • Hochalphasorte
  • sehr hoher Bitterwert
  • mittleres Aroma
  • sehr gute Lagerstabilität
  • stammt aus der Entwicklung des Hopfenforschungszentrums Hüll
  • Erstzulassung 1995
  • sehr hoher a-Säurewert
  • besonders geeignet für Lager, Alt, Pils und Weizen
  • im Bier harmonisch und nicht ganz so kräftige Bittere
  • Geruch: dezentes, gleichmäßiges Aroma

Hallertauer Merkur

  • Zuchtsorte des Hopfenforschungszentrums Hüll
  • harmonischer Geschmack
  • hoher Bitterwert
  • Aroma: süßlich, fruchtig, hopfenwürzig, blumig
  • intensiver, langanhaltender Wohlgeschmack
  • besonders geeignet für alle Biersorten

Deutsche Aromasorten – Hopfen Landsorten

Hallertauer Mittelfrüh

  • hochfeine Aromasorte
  • mittlerer Bitterwert
  • mittlere Lagerstabilität
  • welkanfällig
  • seltener Anbau
  • schwankende Erträge
  • Biere erhalten einen anhaltenden, intensiven Charakter
  • besonders geeignet für alle Biersorten

Hersbrucker Spät

  • deutsche Traditionssorte
  • robuste Hopfensorte
  • niedrigen Bitterwert
  • angenehmes Aroma
  • geringe Lagerstabilität
  • Geschmacksnoten: hopfenwürzig, fruchtig und blumig
  • besonders geeignet für Pils und Lager

Spalter

  • Anbaugebiet Spalt
  • hochfeines Aroma
  • beliebte Sorte
  • niedrige Ertragsmengen
  • mittlerer Bitterwert
  • Aromen: grasig, blumig, würzig, fruchtig
  • nicht sehr anfällig für Welk- und andere Pflanzenkrankheiten
  • besonders geeignet für Pils, Lager und Alt

Tettnanger

  • hochfeine Aromahopfensorte
  • Anbau in Tettnang – Baden Württemberg
  • harmonische Bittere
  • mittlere Intensität
  • Geruch: zitrusartig, hopfen-würzig, blumig, fruchtig , grün-grasig
  • besonders geeignet für Pils, Lager, Lambie, Ale

Zuchtsorten

Perle

  • Erstzulassung 1978
  • mittlerer bis hoher Bitterwert
  • gute Lagerstabilität
  • feine, dezente Geschmacksaromen
  • fruchtige, hopfenwürzige und blumige Noten
  • besonders geeignet für IPA, Pils, Porter, Lager, Stout

Hallertauer Tradition

  • sehr gutes Aroma
  • gute Lagerstabilität
  • mittlerer bis hoher Bitterwert
  • Zucht im Hopfenforschungszentrum Hüll
  • hoher Ertrag
  • sehr gute Anbaueigenschaften
  • gute Resistenzeigenschaften
  • Geruch: blumig, grün-grasig
  • besonders geeignet für Pils und Lager

Spalter Select

  • hochfeines Aroma
  • Züchtung Hopfenforschungszentrum Hüll
  • mittlerer Bitterwert
  • Erstzulassung 1993
  • geringe Lagerstabilität
  • Geruch und Geschmack: hopfenwürzig, fruchtig, blumig
  • besonders geeignet für Craft Beer

Saphir

  • Zucht aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll
  • neue Sorte aus dem Jahre 2002
  • mittelmäßige Lagerstabilität
  • hochfeine Aromen
  • resistent gegen Krankheiten
  • Geschmack: langanhaltend, vollmundig und harmonisch
  • mittlere Ernteerträge
  • besonders geeignet für Pils, Weizen und Ale

Mandarina Bavaria

  • stammt aus Hallertau
  • neue Züchtung
  • harmonische Bitternoten
  • innovative Aromen vom modernen Flavourhopfen
  • Geschmack: süß, Mandarinen
  • besonders geeignet für Weißbier und Ales

Northern Brewer

  • Ursprung in England
  • Zuchtbeginn 1934
  • hoher Bitterwert
  • gute Lagerstabilität
  • mildes Aroma
  • Geruch und Geschmack: hopfenwürzig
  • frühreife Sorte
  • wenig ertragreich
  • besonders geeignet für Craft Beer

Opal

  • mittlerer bis hoher Bitterwert
  • gutes Aromenprofil
  • würzige Noten
  • Aromen: zitronig, fruchtig, süß
  • Charakter: volmundig, anhaltend und intensiv
  • besonders geeignet für Lager, Ale und Weizen

Smaragd

  • Zucht Hopfenforschungszentrum Hüll
  • günstige Anbaueigenschaften
  • hohe Erträge
  • mittlerer bis hoher Bitterwert
  • sehr gutes Aromenprofil
  • Aromen: fruchtig, blumig, süßlich
  • Geschmack: intensiv, anhaltend, vollmundig
  • besonders geeignet für alle deutschen Biersorten

Bekannte Hopfensorten, die ihren Ursprung nicht in Deutschland haben

Nugget – stammt ursprünglich aus den USA

  • hoher, kräftiger Bitterwert
  • hohe Ernteerträge
  • wächst schnell und stark
  • anfällig für Krankheiten
  • gute Lagerstabilität
  • milde Geschmacksaromen: blumig, fruchtig und würzig

Fuggle – stammt ursprünglich aus Kent in England

  • 1861 Beginn der Züchtung
  • Verwendung speziell für englische Ales
  • weicher Bitter- und Aroma-Hopfen
  • vielfältige Geschmacksnoten
  • Geschmack: Minze, erdig, grasig
  • Liebhabersorte

Saazer – stammt ursprünglich aus Tschechien

  • alte Landsorte
  • wird auch als Böhmischer Roter bezeichnet
  • wird beim Pilsener Urquell eingesetzt
  • auch geeignet für Lagerbiere
  • edler, milder Aroma-Hopfen – weltbekannt
  • Aromen: erdig, kräuterig, blumig

Cluster – stammt ursprünglich aus den USA

  • älteste Sorte in den USA
  • wird heute immer noch angebaut
  • Großteil der Ackerflächen wurde früher mit Cluster – Hopfen belegt
  • starke Geschmacksnoten
  • erzeugt sehr schmackhaftes Bier
  • optimale Lagerstabilität
  • wächst kräftig
  • gute Ernteerträge

Target – stammt ursprünglich aus England

  • Bitterhofpen
  • spätreife Sorte
  • hoher Bitterstoffgehalt
  • geringe Bodenansprüche
  • gute Lagerstabilität
  • resistent gegen echten Mehltau und Welke – dafür aber windige Standorte vermeiden

Citra – stammt ursprünglich aus den USA

  • hier in Deutschland seit 2007 auf dem Markt
  • wird in Deutschland durch Hallertau gezüchtet – stammt von Hallertauer Mittelfrüh ab
  • fruchtig-starker Geschmack
  • besonders geeignet für Ale
  • Bier hat hohen Wiedererkennungswert

Wissenswertes über Hopfen

Nicht alle Hopfensorten sind gleichermaßen zum Bierbrauen geeignet. So sind Hopfensorten, die nur einen geringen Anteil an Bitterstoffen haben, für die Braukunst uninteressant. Gerne jedoch eignen sich diese Sorten für die Zubereitung von würzigen Tees und anderen Getränken.

Für alle Gartenfreunde und Bierfreunde, die sich eine Hopfenpflanze als Zierpflanze zulegen möchten, gibt es den Tipp, die Pflanze im Garten oder in einem Pflanzgefäß auf dem Balkon oder auf der Terrasse einzupflanzen. Besonders gut eigenen sich dafür spezielle Sorten mit kürzeren Trieben wie zum Beispiel: Comet, Billbo und Gimmli.

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