Bier - Alle lieben es.

Bier - Alle lieben es.

Der typische Bierkonsument befindet sich längst im Wandel. Der durchschnittliche Bierkonsument war vor einigen Jahren männlich und über 50 Jahre alt. Längst haben aber auch die jungen Menschen Zugang zum Thema Bier gefunden und auch Frauen trinken immer regelmäßiger ihr Glas Bier. Die Damen haben im Punkt Probierfreudigkeit die Männer überholt. Neue Biersorten werden oftmals schneller und neugieriger von der Damenwelt erkundet als von den Herren.

Über 71 Prozent der Biertrinker erwartet im Restaurant eine eigene Bierkarte. Und 60 Prozent der Damen und Herren trinken im Restaurant lieber ein Bier als ein Glas Wein.

Frauen lieben Bier

Es ist eine Tatsache, dass viele Frauen sogar lieber ein Bierchen trinken als ein Glas Wein oder Sekt. Frauen finden Gefallen an der großen geschmacklichen Vielfalt, die die Bierwelt bietet. Besonders der neue Trend der Craft-Biere erhält großen Zuspruch bei der Damenwelt. Da inzwischen auch das Biertrinken für Frauen ein sinnliches Erlebnis ist durch ein ansprechendes Bouquet, den Geschmack und die Textur, greifen sie immer öfter zum Bier.

In die neue Genusswelt des India Pale Ale tauchen Frauen besonders gern ein.

Männer lieben Bier

Männer lieben nicht nur Bier, sondern der Geschmack von Bier macht sie glücklich, denn im Gehirn werden durch den Biergeschmack positive Signale ausgelöst. Es ist also nicht der Alkohol, der die Glücksgefühle auslöst, sondern der Geschmack auf der Zunge. Das fanden Neurologen der Universität Indiana heraus. Im Gehirn wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet durch den Geschmack von Bier. Also auch völlig ohne Einwirkung von Alkohol können Männer glücklich sein – allein durch den Geschmack von Bier.

Und auch bei dem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bier und Milchprodukten haben die Männer bewiesen, wie sehr sie ihr Bier lieben. Auch hier gewann das Bier mit 79 Prozent und die Befragten in der Meinungsumfrage im Auftrag des Vereins „Die Lebensmittelwirtschaft“ hielten ihr Bier, das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird, für besonders wertvoll.

Männer lieben Frauen, die Bier trinken

Das trifft auf die Frauen zu, die eine Bierflasche in der Hand halten und aus der Flasche trinken. Für die Männer wirkt die Frau sofort cool, die die 18-jährige in sich nicht vergessen hat.

Männern gefällt die Bier-trinkende Frau, weil sie davon ausgehen, dass die Frau im Bier nicht gleich eine dickmachende Kalorienbombe sieht und bestimmt auch zum Bierchen ein fettes Steak verdrückt.

Außerdem gehen Männer davon aus, wenn Frau Bier trinkt, dass sie ziemlich sympathisch und unkompliziert ist. Sie verkörpert sofort den Kumpeltyp und nicht die Tussi, die man mit Schampus beeindrucken muss.

Bei einer Frau, die Bier trinkt, gehen Männer auch davon aus, dass sie so sein können, wie sie sind. Derbe Sprüche, Rülpser, ja sie glauben ernsthaft, dass die Frau nicht stört.

Geliebtes Bier beim Kochen

Besonders gern und oft wird das Bier zum Zubereiten von Saucen verwendet. Sehr bekannt ist die kräftige Dunkelbiersauce oder ein feines Salatdressing mit Weißbier. Der Koch verwendet das Bier nicht nur zur Erfrischung, sondern auch als Würze. So gibt es auch den fränkischen Hopfenspargel, der gern als Salat serviert wird.

Sehr bekannt ist das Bier im Gulasch, aber auch Süßes kann mit Bier harmonieren, wie beim Bieramisu.

Die Amerikaner zum Beispiel grillen das Huhn auf einer Bierdose - „Beer butt chicken“.

Verliebt ins Bier

Es gibt keinen Biersommelier, der nicht ins Bier verliebt ist. Für den Sommelier heißt Bier Leidenschaft. Der Biersommelier verbindet Bier mit Tradition, Genuss und Aromenvielfalt. Der Biersommelier versteht Bier und darum liebt er es. Diese Leidenschaft treibt den Biersommelier immer weiter an zu lernen, um sein Wissen über das Bier weiterzugeben. Der Biersommelier eignet sich großes Bierwissen an und ergründet die Sensorik des Bieres tiefgründig. Er ist getrieben von der Faszination am ältesten Kulturgetränk der Welt. Vielfalt, Tradition und Innovation sind seine Leitfäden. Der Biersommelier steht als Verbindungsglied zwischen Hersteller und Konsument, dabei vermittelt er die Sensorik des Bieres.

Das liebe Bier und Corona

Wenn es auch auf dem ersten Blick nicht so scheint, als ob Bier und Corona zusammen gehen, ist es leider so. Denn seit der Coronazeit liebt der Deutsche sein Bier ganz besonders. Am häufigsten wurde dabei zu Pils und Hellem gegriffen. Spürbar wurde der Bierkonsum in den eigenen vier Wänden durch die Coronakrise angekurbelt. Pro Person wurden im ersten Halbjahr 2020 fast acht Flaschen mehr als im ersten Halbjahr 2019 getrunken. Das sind pro Kopf circa 52 Euro laut Marktforscher. Seit der Coronakrise wird der stärkste Anstieg an Bierkonsum seit den letzten 15 Jahren beobachtet. Die Deutschen mussten ihr Bier zu Hause trinken, da Restaurants, Bars usw. geschlossen blieben. Den höchsten Marktanteil eroberte das Pils von gut 50 Prozent. Der Absatz vom Hellen steigerte sich um 18 Prozent, somit belegt es den zweiten Platz. Auf dem dritten Platz landete das alkoholfreie Bier. Das alkoholfreie Bier ist das Bier, bei dem der Absatz seit 2007 stetig wächst. Damit ist klar, dass das Alkoholfreie nicht nur ein Trend ist, sondern beim Bierverkauf eine feste Größe errungen hat.

Für die Brauereien jedoch ist die Coronakrise ein Debakel. Durch die Coronakrise verzeichnen die Brauereien einen riesigen Absatzeinbruch, weil das Außer-Haus-Geschäft völlig zusammenbrach. Es wurden im ersten Halbjahr 300 Millionen Liter Bier weniger als im Vorjahreszeitraum abgesetzt. Das sind 6,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Leider ist das das niedrigste Ergebnis seit Einführung der aktuellen Statistikmethode seit 1993.

Geschichte des Bieres

Die Legende irgendwo zwischen Euphrat und Tigris 4000 vor Christus besagt, dass ein sumerischer Brotbäcker den Teig zu lange in der Sonne stehen lässt. Daraufhin wird der Gärprozess durch die Hefekulturen in Gang gesetzt. Und es entstand der Vorläufer des heutigen Biers – eine pappige, klebrige Masse, die allerdings wunderbar berauschend wirkte.

Weiter entwickelt wurde die Bierkultur durch die Sumerer, die damals das Zweistromland Mesopotamien bevölkerten. Die Sumerer waren ein hochentwickeltes Volk. Sie kannten damals schon bereits vier verschiedene Methoden, wie man aus vergorenem Brotteig Bier herstellen konnte. Bier aus dem Emmer wurde von den sumerischen Frauen bevorzugt. Emmer ist dem Dinkel sehr ähnlich und die erste kultivierte Weizenart in der Menschheitsgeschichte.

Wandmalereien und Schriftzeichen zeugen davon, dass auch in Ägypten Bier bei den Menschen bekannt und beliebt war. Bier findet um 2000 vor Christus in einem der ältesten Werke der Weltliteratur – dem Gilgamesch-Epos – seine Erwähnung. Das Gilgamesch-Epos entstand im Babylon und es heißt darin: „Iss nun das Brot, o Endiku, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es des Landes Brauch“.

Natürlich machten die alten Germanen das Biertrinken auch zu ihrem Brauch. Aus der Zeit um 800 wird das durch zahlreiche Funde von Bieramphoren belegt.

Jedoch war das Bierbrauen bei den Germanen die Aufgabe der Frauen.

Die Rolle der Frau in der Biergeschichte

Bier, Bierbrauen und Biertrinken war Jahrtausende lang Frauensache. Die hauswirtschaftliche Tätigkeit der Frauen umfasste ganz normal das Bierbrauen. Einmal in der Woche braute die Frau Bier für die Familie. Für die Frauen damals war Bierbrauen ähnlich wie Marmelade kochen. Sie waren keine Meister, hatten auch keine großen Brauereien, aber das Bier war trotzdem lecker und so ziemlich das sicherste Getränk in der damaligen Zeit für die Gesundheit. Im Mittelalter war das Wasser noch voller Keime. Durch das Abkochen des Bieres war das Wasser keimfrei und konnte von Männern, Frauen, Kindern, Alten und Kranken getrunken werden. Der antibakteriell wirkende Hopfen tat sein Übriges für die Gesundheit. Durch die Nährwerte im Bier wurde Bier früher auch als Nahrung angeboten. Die Frau braute also ein nährendes Getränk, man sprach auch vom „flüssigen Brot“. Es heißt heute noch: Drei Bier sind ein Schnitzel.

In der Historie wird auch davon gesprochen, dass das Bier von einer Frau erfunden wurde – der Göttin des Schicksals. Sie ist die erste Göttin des Bieres.

In der Mythologie der Sumerer hieß die Göttin des Bieres Ninkasi. Bei den Ägyptern war die Königin des Bieres Tjenenet. Sie war für die Geburten und für das Bierbrauen zuständig. Für das Bier im finnischen Nationalepos braute die Jungfrau Osmotar aus Gerste, Wasser und Hopfen das so beliebte Biergetränk.

Sogar bei der Mitgift der Frau machte das Bier keinen Halt. Lange Zeit war es üblich, dass ein Braukessel zur festen Ausstattung der Mitgift einer Frau gehörte.

Wo sind denn nun die Männer, wenn es um Bier geht? Bierbrauen und Männer wurden dort erwähnt, wo es keine Frauen gab – in den Klöstern bei den Mönchen.

Mönche und Klosterbrauereien

Schon bald erkannte man im Hochmittelalter die umfassende Wirkung von Bier und war der Meinung, dass Bier nur zum Suppe kochen nicht reicht. Es waren die Mönche in den hochmittelalterlichen Klöstern, die das Brauen institutionalisierten. Schnell stellten die Mönche fest, dass sich gutes Geld mit Bier verdienen lässt. Die Umsetzung sollte kein Problem darstellen, denn zu den Klöstern gehörten große Felder, auf denen sie das benötigte Getreide zum Brauen anbauen konnten. Außerdem besaßen die Klöster Vermögen und hatten dadurch die Möglichkeit für die Errichtung von Brauereien. Die Brauereien wurden so ausgelegt, dass sie nicht nur den Durst der Mönche stillten, sondern der Vertrieb über den Eigenbedarf hinausging.

Die Kunst des Bierbrauens entwickelte sich im frühen Mittelalter besonders in den Klöstern. Die erste Brauerei unter der Leitung von Mönchen wird in einer Chronik aus dem Jahre 820 nach Christus erwähnt, es ist das Schweizer Kloster St. Gallen. Dort brauten die Mönche im großen Stil und waren eine starke Konkurrenz für die kleinen bürgerlichen Brauereien.

Auch Hopfengärten wurden durch die Ordensbrüder angelegt. Durch den eigenen Anbau hatten die Mönche die Möglichkeit, den Geschmack des Bieres immer wieder zu verfeinern.

Eine wichtige Zeit für die Mönche ist die Fastenzeit. In dieser Zeit erleben die Ordensbrüder harte Einschränkungen in ihrer Nahrungsaufnahme. Da es eine Regel gibt, die da lautet: „Was flüssig ist, bricht das Fasten nicht“, waren die Mönche besonders stark daran interessiert, ein nahrhaftes und starkes Bier zu brauen. Das Fastenbier wurde gebraut und zur Absegnung zum Papst persönlich geschickt. Durch die lange Reise über die Alpen nach Rom kam beim Papst nur noch saure Brühe und kein Bier an. Der Papst sah in der Brühe keinen Genuss, sondern Buße und gab seinen Segen, dass „Zeug“ in der Fastenzeit zu sich zu nehmen.

Die päpstliche Freigabe gab den Mönchen den letzten nötigen Zuspruch, um ein Geschäft mit ihrem Klosterbier zu machen. Durch ihre Braukunst wurden nun viele Klöster vermögend und berühmt.

Wirtschaft und Industrialisierung des Bieres

Die Zeit für die großen Kaufleute, der reichen Handwerker, der Zünfte und eben auch der Bierbrauer kam mit der Erschließung der internationalen Handelswege.

Besonders stark entwickelten sich die Hansestädte, darunter besonders Bremen. Bremen entwickelte sich zum bedeutendsten Brauhandelsplatz. Es wurden nach England, Flandern, Holland und Skandinavien große Mengen Exportbier verschifft.

Als „Brauhaus der Hanse“ war Hamburg damals bekannt. 600 Brauereien brauten im 16. Jahrhundert um die Wette ihren Gerstensaft. Zu dieser Zeit war die Brauwirtschaft ein bedeutender Arbeitgeber. Im 16. Jahrhundert war der Ruf des Bieres aus dem Norden wesentlich besser als aus den Braustätten Bayerns. Selbst das norddeutsche Städtchen Einbeck machte sich einen Namen als Brauermetropole.

Mit der industriellen Revolution veränderte sich die Bierwirtschaft. Die erste Dampfgetriebene Eisenbahn wurde im Jahre 1835 auf Fahrt geschickt. Auf ihrer Fahrt von Nürnberg nach Fürth transportierte sie wertvolle Ladung – Bier. Überhaupt war der Aufbau des Schienennetzes eine Transportrevolution für das Bier.

Bier wurde nun überall gebraut und gehörte damit zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor, der auch heute nicht mehr wegzudenken ist.

Jedoch gab es immer wieder Brauer in der Geschichte des Bieres, die mit verpanschtem Bier schnelles Geld verdienen wollten. Immer wieder wurden Bußgelder verhängt, leider oft ohne Wirkung.

Da dieses Problem offensichtlich kaum in den Griff zu bekommen war, wurde im Jahre 1516 das Reinheitsgebot verhangen.

Das deutsche Reinheitsgebot

Am 23. April 1516 wurde das deutsche Reinheitsgebot in Ingolstadt verkündet. Heute findet seit 1996 jährlich der „Tag des Deutschen Bieres“ am 23. April statt. Die deutsche Brauwirtschaft erinnert mit dem „Tag des Deutschen Bieres“ an das Reinheitsgebot, welches als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt bezeichnet wird. In dem Gebot ist festgelegt, dass Bier nur aus vier Zutaten gebraut werden darf: Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Beim Malz wird zusätzlich Wert daraufgelegt, dass es sich um Gerstenmalz handeln muss.

Vor allem auf die Bayerische Landesverordnung bezieht sich das Reinheitsgebot. Heute gilt die Bayerische Landesverordnung als das deutsche Reinheitsgebot. Ein Erbfolgekrieg, der das zerfallene Herzogtum Bayern wiedervereinigte, war Anlass für diese Verordnung.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 entstand das uns bekannte Deutsche Reinheitsgebot. In den deutschen Ländern herrschten unterschiedliche Braugesetze und diese wollte man mit Hilfe des Deutschen Reinheitsgebotes in Harmonie miteinander bringen.

So wurde festgelegt, dass nur Hopfen, Gerstenmalz, Hefe und Wasser für die Herstellung der untergärigen Biere verwendet werden durften. Andere Malzsorten sowie Zusatzstoffe bei obergärigen Bieren sind jedoch erlaubt.

Auch heute brauen fast alle Brauereien nach dem Deutschen Reinheitsgebot. Nur kleine Brauereien, die regional verbreitet sind und besondere traditionelle Biere brauen, machen hierbei eine Ausnahme.

Untergärige Biere, die für den Export hergestellt werden, dürfen ebenfalls eine Ausnahme machen.

Unterschied zwischen Deutschem Reinheitsgebot und Bayerischem Reinheitsgebot

Der wesentlichste Unterschied zwischen Deutschem Reinheitsgebot und Bayerischem Reinheitsgebot ist im Alter der Bestimmungen zu finden. Geht man streng nach Historie, dürfte es ein Deutsches Reinheitsgebot von 1516 nicht geben. Die Begründung liegt darin, dass außerhalb Bayerns die Verwendung von Malzsurrogaten und diversen Zusatzstoffen weit länger zulässig war als in Bayern.

Das Deutsche Reich übernahm am 03. Juni 1906 durch das Reichsgesetz das Reinheitsgebot zur einheitlichen Bierherstellung.

Bei der Herstellung obergäriger Biere außerhalb Bayerns ist die zulässige Verwendung von „technisch reinem Rohr-, Rüben oder Invertzucker in Bayern verboten. Allerdings gilt das Reinheitsgebot in Bayern zwingend auch für die Biere, die zur Ausfuhr bestimmt sind. Eine Möglichkeit zur Abweichung vom Reinheitsgebot wird außerbayerischen Brauereien eingeräumt, wenn sie Bier für den Export produzieren.

Der Unterschied ist demnach auch in den zu bezeichnenden Formulierungen der Gesetze zu finden, denn im Deutschen Reinheitsgebot heißt es, dass bei der Herstellung von obergärigen Bieren andere Malzarten, verschiedene Zuckerarten, wie Rohr- und Invertzucker erlaubt sind.

Brauordnungen

Im Mittelalter waren Brauordnungen weit verbreitet. Sie wurden von Stadträten, Landesherren oder Zünften erlassen. Heute sind kaum noch Brauordnungen erhalten. Es sind Regelungen in der Brauordnung zu finden, die aus heutiger Sicht im Sinne des Reinheitsgebotes interpretiert werden.

Jedoch entsprachen die meisten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Brauordnungen nicht der heutigen Vorstellung des Reinheitsgebotes.

Eng verbunden mit den Brauordnungen ist zwingend das Braurecht, welches im Mittelalter zu den Vorrechten der Grund- oder Landesherrschaft gehörte. Es wurde an den Bierhof (auch an Häuser, Grundstücke) gekoppelt. Das Braurecht konnte der Haus- oder Grundstücksbesitzer wahrnehmen. Er konnte es aber auch auf einen angestellten Brauer übertragen. Die Erbrichter waren oftmals auch brau- und schankberechtigt.

974 wurde die früheste verbriefte Verleihung datiert. Sie ging an die Kirche zu Lüttich durch Kaiser Otto II.

Später entwickelten sich erbitterte Auseinandersetzungen, die sogenannten Bierkriege. Aufgrund des Meilenrechts und auf Grund dessen, dass das Braurecht seit dem Hochmittelalter größtenteils auf die Städte überging, fanden die Bierkriege häufig statt.

Aus Augsburg (1155) stammt die älteste deutsche Brauordnung. Durch das deutsche Biersteuergesetz von 1918 wurden die letzten Reste obrigkeitlicher Braumonopole beseitigt.

Biersteuergesetz

Die Regelungen zur Bierbereitung von 1906 werden durch das Biersteuergesetz (BierStG) vom 9. Juli 1923 übernommen. In dem damaligen Gesetz werden Ausnahmen gestattet für die Bereitung besonderer Biere. Auch Biere, die für den Export bestimmt waren, erhielten eine Ausnahme. Keine Ausnahmeregelung galt für süddeutsche Brauereien in Bayern, Baden und Württemberg. Außerdem durften für die Bereitung der obergärigen Biere die süddeutschen Brauereien keine aus Zucker hergestellten Farbmittel und keinen Zucker verwenden.

Auch das Biersteuergesetz aus dem Jahre 1923 bekam eine Neufassung. Das Gesetz nannte sich 1993 – Vorläufiges Biergesetz. Es wurden die alten Regelungen zur Bierherstellung lt. Deutschem Reinheitsgebot beibehalten und die steuerlichen Bestimmungen übernommen.

Hinzugefügt wurde die Erlaubnis zur Verwendung von Hopfenextrakten und die Schönung des Bieres mit Hilfe von Polyvinylpolypyrrolidon.

Das Biersteuergesetz wurde durch Art. 7 Nr.1 des Gesetzes zur Neuordnung des Lebensmittel- und des Futtermittelrechts im Jahre 2005 aufgehoben. Gemäß §1 Absatz 1 Nr. 2 des Gesetzes über den Übergang auf das neue Lebensmittel- und Futtermittelrecht sind die Vorschriften über die Bereitung von Bier nun anzuwenden.

Die Durchführungsverordnung zum Vorläufigen Biergesetz ist gültig, sie enthält Definitionen der Bierzutaten.

Bierverordnung

Die Bierverordnung ist eine deutsche Rechtsvorschrift zum Lebensmittel Bier. Die Bierverordnung regelt, was als Bier bezeichnet werden darf. Die im Vorläufigen Biergesetz nominierten Herstellungsvorschriften müssen in der Bierverordnung eingehalten werden. Somit gehen auch hier Deutsches Reinheitsgebot, Brauordnungen und Biersteuergesetz Hand in Hand.

Für die untergärigen Biere gibt es in der Bierverordnung besonders strenge Vorschriften. Die strengen Vorschriften gelten in Deutschland für den deutschen Markt. Wenn allerdings deutsche Brauereien untergäriges Bier für den Export brauen, sind sie von den strengen Regeln befreit. Diese Ausnahme gilt auch für „besondere Biere“.

Und auch bei der Steuerzahlung gehen Biersteuergesetz und Bierverordnung zusammen; denn was als Bier besteuert wird, regelt § 1 BierStG in Verbindung mit der europäischen Verordnung (EWG) Nr. 2658/87.

Deutsches Reinheitsgebot und Gegenwind

Obwohl die meisten Brauer ihr Reinheitsgebot heiligsprechen und fast alle Brauereien nach dem Deutschen Reinheitsgebot brauen, gibt es einen Gegenwind, und der ist nicht gerade schwach.

Die Deutschen Kreativbrauer aus dem „Verein Deutsche Kreativbrauer e. V.“ sind eine eigene starke Organisation. Ihr Ziel ist es, mit ganzer Kraft für Förderung kreativer und natürlicher Biervielfalt einzutreten.

Für die Deutschen Kreativbrauer heißt das Gebot nicht Reinheitsgebot, sondern „Natürlichkeitsgebot“. Viele Brauer von ihnen haben Qualitätsstandards entwickelt, die weit über das Reinheitsgebot hinausgehen.

Das „Natürlichkeitsgebot“ verbietet die Verwendung von Hopfen- und Malzextrakten sowie künstliche Zusatz- und Farbstoffe. Weiterhin verbietet das „Natürlichkeitsgebot“, dass die im Brauprozess verwendeten Rohstoffe genmanipuliert sind.

Laut der Meinung der Deutschen Kreativbrauer gehören in den Braukessel auch ganz klassische natürliche Zutaten, wie zum Beispiel Kräuter, Beeren und Gewürze.

Und natürlich ist den Deutschen Kreativbrauern besonders wichtig, dass sie ihr fertiges Produkt auch „Bier“ nennen dürfen.

Was ist Bier?

Die Verordnung über Getränke definiert Bier als ein alkoholisches, kohlensäurehaltiges Getränk aus Wasser, gemälztem oder nicht gemälztem Getreide, Hefe und Hopfen, das durch alkoholische Gärung gewonnen wird. Es können auch weitere Zutaten verwendet werden. Der Begriff Hopfen umfasst auch die Hopfenextrakte.

Bereits um 3000 vor Christus gab es eine Sortenvielfalt an Bier. Wenn diese Sortenvielfalt auch sehr minimal war, so wurden immerhin vier verschiedene Biere in der damaligen Zeit gebraut.

Bier ist sozusagen ein historisches Erbe. Ein Dreigestirn sorgt dafür, dass dem Bier die nötige Aufmerksamkeit und Sorgfalt zukommt. Das Dreigestirn wird durch sachgemäße Bierpflege, gewissenhafte Bierherstellung und sorgfältigen Bierausschank gebildet.

Es würde keine Bierliebhaber geben, wenn das Bier mangelhaft gepflegt wird oder unsachgemäß ausgeschenkt wird. Zur richtigen Pflege gehört unter anderem die richtige Lagerung, die Gläser und Ausschankanlagen müssen korrekt und fachgerecht gereinigt sein und natürlich muss das Bier frisch gezapft sein.

Bei den wahren Bierfreunden kann ein gutes Bier echte Begeisterungsstürme auslösen und für viele Bierfreunde ist Bier einfach Kult. So verbindet Bier über Grenzen hinweg und bringt Fremde zusammen. Nicht zu vergessen ist Bier das Getränk beim Stammtisch. Bier kann auch vor Herzinfarkten schützen, denn Biertrinker haben ein 40 bis 60% geringeres Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen. Allerdings nur dann, wenn am Tag nicht mehr als ein halber Liter Bier getrunken wird. Nach dem Sport ist Bier der optimale Durstlöscher, geht natürlich auch alkoholfrei.

Bier kann aber auch Beauty, denn es macht die Haare schön. Bei einer Spülung für die Haare mit Bier erhält das Haar viele Vitamine und Mineralien. Bier enthält mehr als 1000 Inhaltsstoffe und darum wird das Haar mit der Bierspülung kräftig und voluminös und glänzt schön.

Bier regt den Stoffwechsel an. Man nimmt also nicht zu, gilt aber nur dann, wenn das Bier in Maßen getrunken wird. Bier ist aber noch so viel mehr, denn alkoholfreies Bier regt die Produktion von Muttermilch an. Das passiert deshalb, weil Bier die Ausschüttung des Hormons Prolactin fördert.

Bier ist unbestritten das Lieblingsgetränk der Deutschen.

Das Bierbrauen

Viele Zutaten werden bei der Herstellung von Bier vermischt und bearbeitet. Teilweise wird die Struktur der Rohstoffe dabei verändert. Auf jeden Fall ist Bier mehr als nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Insgesamt durchläuft der Brauprozess einige Produktionsschritte. Begonnen wird mit dem Mälzen. Dabei wird frische Gerste eingeweicht und zum Keimen gebracht. Durch den Vorgang bilden sich die nötigen Enzyme zur Stärkeaufspaltung. Das Darren, wird auch als Trocknung bezeichnet, unterbricht den Keimprozess im optimalen Stadium. Es entsteht leicht süßlich schmeckendes Grünmalz, dass bei 80 Grad schonend getrocknet wird. Für die Hefekulturen, die den Alkohol bilden, dient später der Malzzucker als Nahrung.

Jetzt wird das fertige Malz geschrotet, dadurch kann es sich im Wasser besser lösen. Dabei gibt es unterschiedliche Feinheitsgrade.

Nun wird das geschrotete Malz gemaischt. Beim Maischen wird das geschrotete Malz vermischt. Dazu wird der Maischbottich verwendet. Er ist mit Wasser gefüllt – Malz und Wasser vermischen sich. Das nennt man Einmaischen. Eiweiß und Gerbstoffe werden freigesetzt durch das Auflösen der enthaltenen Stärke im Malzschrot. Es entsteht der Malzextrakt durch den Maischprozess.

Später wird die Maische im Läuterbottich gefiltert – das nennt man Läutern. Durch die Filterung wird außerdem die Würze von den festen Stoffen getrennt. Die Würze wird im Brauprozess weiterverwendet.

In der Sudpfanne wird die Würze gekocht, auch der Hopfen wird mitgekocht. Das ist der nächste Schritt – das Würzekochen. Beim Würzekochen wird bereits der Geschmack des Bieres beeinflusst, denn er hängt von der Sorte und der Menge des Hopfens ab. Ein besonders herbes Bier hat auch immer mehr Hopfen. Beim Würzekochen verdampft später das Wasser, dabei wird die Würze auf die spezifische Stammwürze konzentriert. Gerbstoffe, Eiweiß- und Hopfenbestandteile bilden den Bruch und die Malzenzyme werden inaktiviert.

Nach dem Würzekochen findet das sogenannte Ausschlagen statt. Die Würze wird in den Whirlpool eingeleitet. Der Whirlpool samt Inhalt wird in Rotation versetzt. In der Mitte des Kegels setzt sich der sogenannte Bruch ab und an den Seiten kann die Würze abgezogen werden. Die blanke Würze wird danach im Würzekeller auf 10 bis 20 Grad Celsius gekühlt. Das nennt man Würzekühlung.

Jetzt kommt für viele Biertrinker ein wichtiger Schritt, denn nun beginnt die alkoholische Gärung. Dazu benötigt man einen Gärtank und gibt in den Tank spezielle Brauhefe hinein. Dabei wird der Zucker des Malzes durch die Hefe in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt. Die Hefe wird geerntet, wenn sie sinkt. Das passiert durch das Vergären des Malzzuckers.

Nach der alkoholischen Gärung muss auf die richtige Lagerung geachtet werden. Zwischen drei Wochen und drei Monaten wird das Jungbier im Lagertank bei einer Temperatur von 1 bis 2 Grad Celsius gelagert. Durch die Lagerung gärt das Bier nach, es klärt sich, erhält seine typische Bierfarbe und letzte Hefereste und Eiweiß-Gerbstoffe sinken ab.

Der vorletzte Schritt ist die Filtration. Bei der Filtration werden nicht abgesetzte Stoffe wie Eiweiß-Gerbstoffverbindungen, Hefereste und Hopfenharze herausgefiltert. Nun erhält das Bier seine finale Klarheit und Farbe.

Und zum Schluss wird natürlich abgefüllt. Damit die Kohlensäure nicht entweicht wird unter Gegendruck abgefüllt.

Bier und Geschmack

Ein Bier besteht aus hundert Einzelaromen. Um selbst seine geschmacklichen Eindrücke sortieren zu können, gibt es den Bier-Aroma-Baum. Dieser Baum zeigt die wichtigsten sensorisch wahrnehmbaren Aromen der Biere. Die Aromatik der Biere ist ein entscheidender Bereich. Dieser Bereich ist aus Malz, Hopfen und Hefe zusammengesetzt. Aber auch der Geruch des Bieres ist ein zentraler Moment des Biergenusses. Wenn der Schaum schon etwas eingefallen ist, erst dann entfalten sich die vielfältigen Aromen des Bieres so richtig. Am besten zur Geltung kommen die Geruchsaromen, wenn das Glas etwas schräg gehalten wird und das Bier ein wenig geschwenkt wird.

Oftmals wird von süffigem Bier gesprochen. Ein süffiges Bier ist ein Bier, dass nicht sehr bitter ist. Es besitzt eine natürliche Süße und läuft wie Öl durch den Mund. Ein mildes Bier ist das perfekte Bier bei großem Durst.

Als herb wird ein Bier bezeichnet, wenn es fast bis gar keine Süße aufweist. Viele Bierfreunde bevorzugen gerade den bitter-herben Geschmack. Dieser ist bei einem guten Pils zu finden.

Wenn das Malz nach der Gärung deutliche Spuren von Zucker im Bier hinterlässt, spricht man von einem süßen Bier. Süße Biere findet man bei den Bockbieren, bei denen durch den hohen Gehalt an Stammwürze viel Zucker zurückbleibt. Ein dunkles Bockbier ist für die Bierfreunde, die es süß mögen, das richtige Bier.

Schmeckt ein Bier sehr dominant nach Hopfen, spricht man von einem hopfigen Geschmack. Jedoch sind diese Biere auch ziemlich herb und leicht mit dem herben Geschmack zu verwechseln. Die wirklich großzügig gehopften Biere, sind die Biere mit dem hopfigen Geschmack.

Und wer kennt nicht das gute alte Malzbier? Beim Malzbier ist der Geschmack von Malz am besten zu schmecken. Bei den anderen Bieren schmeckt man den Malzgeschmack besser bei dunklen als bei hellen Bieren heraus.

Das Bier sollte so zwar nicht schmecken, aber es gibt auch den abgestandenen Geschmack. Der tritt dann ein, wenn das Bier zu viel Kohlensäure verloren hat. Die kann das Bier durch Schmutz im Glas, aber auch durch Spülmittel verlieren, wenn nicht richtig nachgespült wurde. Ebenfalls nicht sehr hilfreich für den guten Geschmack sind Gläser, die im Geschirrspüler gespült werden.

Einfach aufpassen, dass das Glas immer schön glänzt und fein poliert ist. Und im Restaurant sollte ein abgestandenes Bier gleich wieder zurückgehen.

Kennzeichnungspflicht

Laut Gesetz müssen alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermischgetränke mit weniger als 1,2 Volumenprozent Alkohol mit den Nährwertangaben gekennzeichnet werden. Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist dafür die Grundlage. Ausnahmeregelungen gelten derzeit noch für Getränke mit einem höheren Alkoholgehalt. In einem Bericht hat die EU-Kommission allerdings festgestellt, dass alkoholische Getränke nicht anders als andere Lebensmittel behandelt werden sollten. Die Ausnahmeregelung sei deshalb nicht länger gerechtfertigt. Die Hersteller sollen bei alkoholischen Getränken die Zutatenliste und die Brennwertinformationen transparent machen, so der Wunsch der EU-Kommission. Die Umsetzung soll im Rahmen der freiwilligen Selbstverpflichtung erfolgen. So wurde durch den Brauer-Bund und dem Verbund Private Brauereien Deutschland eine Initiative für mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Bier gestartet. Beide Verbände teilten mit, dass sie auf freiwilliger Basis künftig alle Biere und Biermischgetränke mit der Angabe des Brennwertes (Kalorien/Joule) versehen. Seit 2019 wird dieses Initiative schrittweise umgesetzt.

Bei jedem deutschen Bier stehen heute bereits dessen Zutaten auf dem Etikett. Das ist bei anderen alkoholischen Getränken nicht unbedingt immer der Fall. Und nun wird auch der Brennwert gekennzeichnet, um den Verbrauchern und Verbraucherinnen mit Transparenz Rechnung zu tragen.

Im Übrigen; begrüßen es rund 52 Prozent der deutschen Konsumenten, wenn auf allen alkoholischen Getränken (Bier, Wein, Whiskey) die Kalorienangaben stehen würden. Das hat das Ergebnis einer INSA-Umfrage im Auftrag des Brauer-Bundes ergeben. Außerdem ergab auch eine Umfrage, dass 42 Prozent der Befragten den Kaloriengehalt eines Pilsbieres (40kcal pro 100ml) höher einstuften, als er ist.

Bier und seine beste Trinktemperatur

Eine alte Faustregel besagt, dass man die Trinktemperatur ziemlich einfach herausbekommt, indem man einfach den Alkoholgehalt mit der Trinktemperatur gleichsetzt. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass eher aufgerundet wird. Hat also ein Bier einen Alkoholgehalt von 4,5 %, sollte die Temperatur bei etwa 5 bis 6 Grad Celsius liegen.

Auf alle Fälle liegen bei den schweren Bieren die Trinktemperaturen immer höher. Es gibt sogar Biere, die mögen es schon fast heiß. Da sind 12 – 14 Grad angesagt, sonst entfalten sich die Aromen nicht. Es gibt aber auch die Bierfreunde, die ihr Bier besonders gern kalt mögen. Leider ist erwiesen, dass ein zu kaltes Bier verschlossen bleibt und seine Aromen nicht entfalten kann. So können exotisch gehopfte Biere, wenn sie zu kalt getrunken werden, keinerlei Duft entfalten. Die Aromen werden freigesetzt je wärmer das Bier wird.

Abschließend kann man sagen, dass jedes Bier seine individuelle Trinktemperatur hat, weil eben auch jedes Bier anders ist.

Bierbrauer

Es gibt kein Bier ohne Bierbrauer. Obwohl die Zahlen des Bierkonsums rückläufig sind, liegt der pro Kopf-Bier-Verbrauch immer noch bei 107 Litern in Deutschland. Und die müssen gebraut werden. Für das Brauen zuständig sind der Bierbrauer und der Mälzer. Sie sind für viele Abläufe während des Brauprozesses verantwortlich. Bis aus nur vier Zutaten entstehen bis zu 5.000 Biersorten, die in Deutschland hergestellt werden. Der Bierbrauer benötigt gutes Fingerspitzengefühl bei der Zugabe der richtigen Produktmenge damit der Geschmack der Biere perfekt gelingt.

Der Bierbrauer arbeitet mit großer Leidenschaft und muss über ein großes Wissen von Kochen über Würze, Zutaten, Getreidesorten, Hopfen (das Zusetzen des Hopfens), die richtige Temperatur und vieles mehr verfügen.

Und deshalb gibt es den Beruf des Bierbrauers.

Beruf des Bierbrauers

Der Brauer benötigt keine bestimmte Schulbildung. Allerdings hat sich abgezeichnet, dass Industriebetriebe hauptsächlich Auszubildende mit Hochschulreife einstellen. Die Handwerksbetriebe handhaben es ebenso, stellen aber auch Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Die Beschäftigungsbetriebe befinden sich in Brauereien und Mälzereien. Die Arbeitsorte können unterschiedlich sein, so zum Beispiel in Gär- und Lagerkellern, im Sudhaus, in Keimstraßen aber auch in Abfüllhallen.

Heute sind die Herstellungsvorgänge überwiegend automatisiert. Aus diesem Grund muss der Brauer die maschinen- und computergesteuerten Anlagen überwachen und bedienen können. Die Wartung und Reinigung gehören ebenfalls dazu. Auch der direkte Kontakt zum Kunden ist gegeben, denn der Brauer berät im Bereich Gastronomie die Kunden über Produkte und Schankanlagen.

Der Brauer stellt nicht nur Bier her, er wird auch zur Herstellung von Biermischgetränken ausgebildet.

Ausbildung zum Bierbrauer

Die Ausbildung zum Bierbrauer hat eine Dauer von drei bis dreieinhalb Jahren. Ist der Schulabschluss des Auszubildenden besonders hoch und seine Leistungen während der Ausbildung besonders gut, so kann er einen Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit stellen.

In der Berufsschule lernt der Auszubildende die Kenntnisse und das Hintergrundwissen kennen und die praktischen Fähigkeiten für den Beruf des Bierbrauers werden ihm in der Brauerei vermittelt. Es werden Grundkenntnisse zur Zusammensetzung verschiedener Biere erworben und die dazugehörigen Brauverfahren.

Der Auszubildende sollte breit gefächerte Kenntnisse über Mikrobiologie, Biochemie und Botanik mitbringen. Ebenfalls notwendige Kenntnisse sind im Bereich Energieversorgung, Umweltschutz und Hygiene von Vorteil. Der Brauer muss später die richtige Zusammensetzung der Zutaten berechnen können, deshalb sind gute Mathematikkenntnisse sowie Analytik unabdingbar.

In kleineren Brauereien wird oftmals nicht mit großen Maschinen gebraut, sondern noch von Hand vieles selbst gemacht. Das Brauen ist in erster Linie ein handwerklicher Beruf, indem der Brauer sehr oft auch körperlich gut zupacken können muss. Dessen sollte sich der Interessent für den Beruf Brauer vorher auch bewusst sein.

Beruf des Bierbrauers

Es ist geschafft, der Auszubildende hat seine Lehre beendet und darf als Brauer arbeiten. Er bringt die Eigenschaften der abgeschlossenen Berufsausbildung als Brauer mit, er ist zuverlässig, hat PC-Kenntnisse, ist teamfähig und er hat ein hohes Hygienebewusstsein – dann steht der beruflichen Entwicklung des Bierbrauers nichts mehr im Wege. Wie weit kann sich der Beruf des Bierbrauers überhaupt entwickeln? Da gibt es verschiedene Wege. Hat der Brauer einige Jahre an Berufserfahrung gesammelt, so kann er einen Meister- oder Technikerabschluss absolvieren. Das ist aber erst der Anfang, denn hatte der Brauer bereits vorher einen entsprechenden Schulabschluss, so kann er auch einen Studiengang in der Brau- und Getränketechnologie einschlagen. Gerade, weil der Beruf des Brauers und Mälzers so vielseitig und voller Entwicklungen ist, ist es ein besonders attraktiver Beruf.

Die Verdienstmöglichkeiten gestalten sich in Etappen. So liegt das Anfangsgehalt eines Bierbrauers bei 30.163 Euro brutto im Jahr in Deutschland. Mit etwas Berufserfahrung kann das Gehalt dann bei Euro brutto 46.276 Euro liegen. Die Gehaltsobergrenze liegt laut Datenerhebung von Stellenanzeigen.de bei 62.389 Euro brutto.

Der Verdienst eines Braumeisters kann zwischen Euro brutto 31.261 bis 71.176 Euro brutto variieren. Der durchschnittliche Verdienst eines Braumeisters liegt bei 51.218,50 Euro brutto.

Deutscher Brauer-Bund

Der Deutsche Brauer-Bund ist ein Verband aus Mitgliedsverbänden und Direktmitgliedern der Brauwirtschaft mit Sitz in Berlin. Zu den Mitgliedsverbänden zählen Regionalverbände und Fachverbände. Unternehmen und Gruppen der Brauwirtschaft gehören zu den Direktmitgliedern. Die Direktmitglieder müssen einen jährlichen Bierausstoß von mindestens 3,5 Millionen Hektoliter aufweisen.

Am 29. Juni 2017 wurde anlässlich der Jahrestagung des Deutschen Brauer-Bundes Jörg Lehmann zum Präsidenten des Deutschen Brauer-Bundes gewählt und ist bis heute im Amt.

Der Deutsche Brauer-Bund tritt für die Wahrnehmung und Förderung der gemeinsamen Interessen der gesamten Brauwirtschaft in Deutschland ein. Er fördert einen fairen Wettbewerb und bekämpft unlauteren Wettbewerb. Auf wirtschaftlichem, rechtlichem, technischem und betriebswirtschaftlichem Gebiet fördert der Deutsche Brauer-Bund den Erfahrungsaustausch.

Der Brauer-Bund tritt für die Erhaltung des guten Rufs des deutschen Bieres ein und fördert diesen. Außerdem tritt er für den Erhalt des deutschen Reinheitsgebotes ein.

Es werden seit 2011 durch den Verband die „Botschafter des Bieres“ geehrt. Mit dieser Auszeichnung werden Personen geehrt, die energischen und beispielhaften Einsatz für das Bier gezeigt haben. Es können aber auch Menschen zum „Botschafter des Bieres“ ernannt werden, die ein außergewöhnliches Engagement an den Tag legten. Das können besondere ehrenamtliche, soziale, politische oder berufliche Einsätze sein.

Der Deutsche Brauer-Bund setzt sich ganz besonders für die Eintragung des Reinheitsgebotes als Weltkulturerbe seit Dezember 2012 ein. An das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst wurde ein entsprechender Antrag eingereicht, der jedoch abgelehnt wurde mit der Begründung, dass die Bierproduktion in Deutschland inzwischen sehr industriell geprägt ist.

Der Deutsche Brauer-Bund ist auch an verschiedenen Mitgliedschaften beteiligt, so zum Beispiel ist er Mitglied im Europäischen Brauereiverband, im Netzwerk Europäische Bewegung sowie Mitglied in der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens.

Die Freien Brauer

Es gehören 39 mittelständische Privatbrauereien zur Freien Brauer GmbH & Co. KG. Die Freien Brauer sind ein Zusammenschluss von Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Der Sitz der Freien Brauer ist in Dortmund. Das Ziel der Freien Brauer ist es, die Biervielfalt und die Bierkultur zu erhalten.

Durch gravierende Veränderungen in der Brauwirtschaft sehen die Freien Brauer die Brauwirtschaft als gefährdet. Inzwischen werden in Deutschland zwei Drittel der gesamten Bierproduktion von nationalen und internationalen Braukonzernen gebraut. Dem Mitglied Österreich geht es nicht viel besser, denn Österreichs Biermarkt wird von einem internationalen Konzern dominiert.

Zwar treten die einzelnen Brauereien auch als unmittelbare Mitbewerber gegeneinander an, doch verlieren sie das Ziel nie aus den Augen, gemeinsam für den Erhalt der deutschen, österreichischen und niederländischen Bierkultur zu kämpfen.

2005 traten die Freien Brauer erstmals mit ihren Werten und Zielen an die Öffentlichkeit. Der Verbund tritt geschlossen für sieben Werte ein: große Freiheit, persönliche Verantwortung, einzigartige Vielfalt, höchste Qualität, saubere Umwelt, echte Tradition und gelebte Heimatverbundenheit.

Die Freien Brauer möchten mit ihrer Initiative die Position mittelständischer Unternehmen stärken, sieht ihre Interessenvertretung aber nicht politisch. Der Verbund sieht in Handel und Verbraucher die wichtigste Zielgruppe.

Immer wieder macht der Verbund auf den starken Wettbewerb auf dem deutschen, österreichischen und niederländischen Biermarkt aufmerksam. Sie fordern, dass hier vorrangig auf Qualität und Ertrag zu achten ist, damit das Image des Bieres keinen Schaden nimmt.

Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e.V.

Die Hobbybrauer in Deutschland sind weit verstreut. Damit sie sich untereinander schnell und gut austauschen können, wurde die VHD (Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer) gegründet. Gegründet wurde die VHD 1995 in Kulmbach.

Der Höhepunkt des Vereinsjahres sind die jährlich stattfindenden Haus- und Hobbybrauertage zum Austausch der Hobbybrauer untereinander. Inzwischen hat man noch mehr Plattformen zum Austausch geschaffen, wie zum Beispiel Internetforum, das eigene Vereinsblatt „Schalander“, das Buch VHD Hausbrauer-Rezeptsammlung und ein Youtube-Kanal ist auch hinzugekommen.

Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, der Aufbau von regionalen Braugruppen fand statt und die persönlichen Kontakte wurden auch immer größer. Viele Haus- und Hobbybrauer forcieren Braukurse, Brauvorträge, öffentliche Brauvorführungen, Braufeste, aber auch der Besuch anderer Braugruppen wird regelmäßig angestrebt.

Besonders interessieren sich die Mitglieder der VHD für Bierspezialitäten, die einen ähnlichen Charakter wie hausgebrautes Bier haben, unfiltriert und handwerklich hergestellt sind.

Oftmals gibt es gute persönliche Kontakte zwischen Mitgliedern der VHD und kleineren Brauereien, da besonders in den kleinen Betrieben und Hausbrauereien die Biere noch handwerklich hergestellt werden.

Der VHD hat sich unter anderem einige Ziele gesetzt, wie zum Beispiel die Bewahrung eines überlieferten Kulturgutes, die Werbung für das Bierbrauen zu Hause, eine gemeinsame Plattform für alle Haus- und Hobbybrauer, sie setzen sich für das Biertrinken mit Verstand und allen Sinnen ein und der VHD unterstützt im Zusammenhang mit der Staatlichen Berufsschule Main-Spessart aktiv das YEAST-Project.

Bier und Gesundheit

Bei dem Thema Bier und Gesundheit gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Bier dient bei Herzbeschwerden, es fördert den Schlaf, wird als Abführmittel verwendet und bei Nierenproblemen getrunken. So viele gute Eigenschaften dem Bier zugesprochen werden, so viele Bedenken gibt es auch, so zum Beispiel der dicke Bierbauch.

Bier enthält eine Menge von Mineralien und Spurenelementen, die sich gut auf die Nerven und die Muskelkraft auswirken. Bier enthält auch Eisen und Kupfer, was sich positiv auf die Blutbildung auswirkt. Der Stoffwechsel wird durch das Bier ebenfalls unterstützt, da es Phosphor enthält. Der Herzmuskel wird durch Magnesium gestärkt und für die Förderung der Insulinbildung ist Zink zuständig. B-Vitamine sind auch im Bier enthalten.

Grundsätzlich muss aber immer wieder gesagt werden, dass alle guten Inhaltsstoffe im Bier auch nur dann Gutes leisten können, wenn Bier mäßig getrunken wird. Auch nur dann kann Bier begünstigend auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel eingreifen, auf die Blutgerinnung und Blutdruckregulierung sowie auf den Cholesterinspiegel.

Ziemlich umstritten ist das Thema Gewichtsabnahme durch Bier. Auch hier gilt; gern regelmäßig, aber sehr mäßig, führt der Biergenuss zur Gewichtsabnahme. Das trifft aber nur auf die Bierfreunde zu, die auch entsprechend gesundheitsorientiert essen.

Denn aufgepasst: Bier macht nicht dick, es regt nur den Appetit an. Natürlich enthält auch Bier seine Kalorien, aber die sind nichts im Vergleich zu anderen alkoholischen Getränken. In 0,1 Liter Bier stecken 44 Kalorien. Wenn das jetzt auch fabelhaft klingt, so ist klar, dass dringend davon abzuraten ist, täglich Bier zu trinken.

Bier hat auch nicht die heilende Wirkung wie ein Medikament. Jedoch fanden Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck heraus, dass Bier eine positive Wirkung haben kann bei chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Erkrankung der Herzgefäße.

Eine Studie der Universität Münster am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin kam zu dem Ergebnis, dass Biertrinker nur halb so viel Herzinfarkte erleiden wie Personen, die keinen Alkohol trinken.

Alle Aussagen treffen aber immer nur zu, wenn Bier nur mäßig getrunken wird.

Nebenwirkungen bei zu viel Bier

Wird Bier gesoffen und nicht getrunken, so ist erwiesen, dass zum Beispiel Frauen um ein fast 50 Prozent höheres Risiko an Krebs sterben, als Biergenießer, die gemäßigt Alkohol genießen.

Das „Einschlafbier“ wird zwar gern getrunken und wirkt meist auch, doch ist es erwiesen, dass die Durchschlafqualität durch den Alkoholgehalt deutlich beeinträchtigt wird. Und dem Hopfen wird entzündungshemmende Heilkraft nachgesagt. Und das stimmt auch, aber die tatsächliche Menge an Hopfen im Bier ist zu gering, als das der Hopfen seine Heilkraft entfalten könnte.

Positive Wirkung auf die Gesundheit

Damit das Bier seine volle positive Wirkung auf unseren Organismus entfalten kann, gilt ein maßvoller Bierkonsum. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. liegt dieser bei 10 Gramm Alkohol pro Tag für gesunde Frauen und bei 20 Gramm (entspricht etwa einem halben Liter Bier) pro Tag für gesunde Männer.

Wenn also des Deutschen liebstes Getränk – das Bier – maßvoll genossen wird, so kann es laut US-Forschern Knochenschwund vorbeugen. Sogar Osteoporose kann ein gemäßigter Bierkonsum entgegenwirken. Diese Wirkung entfaltet sich bei Bieren, die mit viel Hopfen und viel gemalzter Gerste hergestellt werden.

Bier hat auch einen positiven Effekt auf unser Herz-Kreislauf-System. Auch hier trifft das nur bei moderatem Alkoholkonsum zu (10 bis 25 Gramm pro Tag). Das Herzinfarkt-Risiko kann bei gemäßigtem Bierkonsum um 30 Prozent sinken.

Sogar die Cholesterinwerte können sich verbessern bei moderatem regelmäßigen Bierkonsum laut Studie der Universität von Pennsylvania. Es wurde festgestellt, dass die Werte bei Personen, die gemäßigt Alkohol zu sich nahmen, besser waren, als bei den Personen, die überhaupt keinen Alkohol trinken. Das gesunde HDL-Cholesterin wird durch Bier im Körper erhöht bzw. der Abbau wird durch Bier verlangsamt. Der Effekt ist, dass es vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann.

Ein geringeres Diabetesrisiko haben die Personen, die an drei bis vier Tagen gemäßigt Bier trinken. Das sagt eine Studie des Statens Institut for Folkesundhed. Bei gemäßigtem Alkoholkonsum könnte es vor der Entwicklung eines Typ 2-Diabetes schützen. Haben aber Menschen bereits den bestehenden Typ2-Diabetes, dann wird generell davon abgeraten, Alkohol zu sich zu nehmen, weil Alkohol die Freisetzung von Glykose an der Leber hemmen kann und das kann bei Diabetikern eine Hypoglykämie provozieren.

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Bier gut zum Durchspülen für die Nieren (Nierensteine) ist. Dazu bitte alkoholfreies Bier trinken, denn Bier spült zwar und ist harntreibend, aber Alkohol trocknet den Körper nach der Überflutung (beim Durchspülen) aus und somit dickt der Urin ein. Das wiederum kann zu noch größeren Nierensteinen führen. Alkoholfreies Bier hingegen ist isotonisch, hat eine positive Wirkung auf den Körper ohne die schädlichen Nebenwirkungen des Alkohols.

Auch das Thema Demenz und Alzheimer hinsichtlich Bier und seine Wirkung wurde in einer Studie aufgegriffen. Dabei fand man heraus, dass Menschen, die jahrzehntelang keinen Alkohol tranken, ein höheres Risiko haben, an Demenz und Alzheimer zu erkranken, als moderat regelmäßige Biertrinker. Allerdings erhöhte sich bei Alkoholmissbrauch das Risiko an Demenz zu erkranken erheblich.

Bier und Sport

Bier hat einen hohen Gehalt an Wasser und ist daher als Durstlöscher bestens geeignet. Aber auch die Kohlensäure macht das Getränk für viele Sportler beliebt, denn dadurch wirkt das Getränk schön spritzig. Die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Phosphor, Calcium sowie die Vitamine B2 und B6 als auch Pantothensäure und Niacin befinden sich ebenfalls im Bier und werden von Freizeitläufern häufiger zu sich genommen als nicht Sport treibende Menschen wie das American College of Sports herausfand. Nach dem Sport ist ein Bierchen kein Problem. Zum Problem wird das Bier vor dem Sport. Denn Bier ist ein Elektrolyträuber. Bier greift die Magnesiumreserven an, so dass der Trainingseffekt mit mehreren Gläsern Bier vor dem Sport völlig aufgehoben wird.

Sportler wie Langstreckenläufer sollten also darauf achten, dass sie ihr Bier 24 Stunden vor dem Training trinken, denn die vielen gesundheitsfördernden Wirkstoffe, die im Bier stecken, sollte sich der Sportler auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

Und was ist nach dem Sport? Auch da gilt, bitte nicht sofort ein Bierchen. Denn Bier ist kein Auffüller für den Kohlehydratspeicher. Wenn der Sportler ein Wasser getrunken und etwas gegessen hat, dann kann er ohne Bedenken sein Bierchen zischen.

Alkoholfreies Bier

Die beste Variante für Sportler und ihre Leistungskraft ist das alkoholfreie Bier. In der Ausgabe 2018 im Juni hat die Zeitschrift „Stiftung Warentest“ alkoholfreies Bier als gesund und gut getestet. Doch nicht nur Sportler greifen gern zum Alkoholfreien. Immer mehr gesundheitsbewusste Menschen greifen zum alkoholfreien Bier.

Es macht auch Sinn, seiner Gesundheit ein Alkoholfreies anzubieten, denn die Zutaten zum Bier sind gleich. Es wird Wasser, Hopfen, Malz und Hefe verwendet, so dass der Geschmack kaum zu unterscheiden ist zum Bier mit Alkohol.

Für die Gesundheit hat das alkoholfreie Bier einige Vorzüge aufzuweisen. Es hat zum Beispiel weniger Zucker als Softdrinks, Saft oder Saftschorlen. Beim Kalorienzählen liegt das Alkoholfreie auch weit vorn, denn pro 100ml werden bis zu 20 kcal gespart (sind knapp 40 Prozent weniger als beim normalen Bier). Weil das alkoholfreie Bier isotonisch ist, hat es das gleiche Verhältnis von Nährstoffen wie unser Blut. Besonders gut macht sich das alkoholfreie Bier für Sportler nach dem Training, denn es fördert die Gesundheit. Die weltweit größte Marathonstudie „Be-MaGIC“ hat dies an 277 Marathonläufern bewiesen.

Durch Polyphenol im alkoholfreien Bier wird das Immunsystem gestärkt und Entzündungen werden gehemmt. Polyphenol hat außerdem eine krebsvorbeugende Wirkung.

Was sagen die Experten?

Die entzündungshemmende Wirkung von Bier haben sich auch die Wissenschaftler vom Institut für Biochemie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für ein Forschungsprojekt angeschaut.

Die synergistische Wirkung von Xanthohumol und Iso-Alphasäuren wurde analysiert. Die Forscher teilen in ihrer Auswertung mit, dass Xanthohumol die Leberverfettung bei Übergewicht hemmt und verhindert die Vernarbung der Leber. Nach den damaligen Erkenntnissen kommt der Stoff nur im Hopfen vor. Jedoch kommen nach dem Brauprozess nur kleinste Mengen im Körper des Konsumenten an. Schon seit Längerem beschäftigen sich die Forscher mit Xanthohumol. Sie konnten seine wachstumshemmende und apoptotische Wirkung feststellen.

Bayerische Forscher nahmen den Inhaltsstoff Iso-Alphasäuren unter die Lupe. Der Fett- und Zuckerstoffwechsel wird durch die Iso-Alphasäuren positiv beeinflusst. Die Iso-Alphasäuren verleihen dem Bier die bittere Note und sie entstehen durch Umwandlung von Bittersäuren beim Bierbrauprozess. Die Säuren können Leberschäden hemmen.

Die Nürnberger Wissenschaftler sind sich einig, dass der gesundheitliche Nebeneffekt besonders stark ist, wenn beide Stoffe zusammen kombiniert wirken.

Die Wissenschaftler forschen weiter mit Hilfe eines nun erhaltenen Forschungspreises. Es wird weiter geforscht, ob die Bierinhaltsstoffe auch zur Bekämpfung von Diabetes und Krebs taugen.

Das Thema Bier und Gesundheit ist noch lange nicht bis zu Ende erforscht. Es wird immer wieder neue Erkenntnisse geben. Aber eines ist sicher; wer gesund bleiben will, der genießt sein Bier gemäßigt.

Biersorten

Unter Biersorte versteht man eine Sorte Bier, die sich meist deutlich von anderen Sorten durch eine typische Kombination bestimmter Eigenschaften voneinander abgrenzt. Diese Eigenschaften können Zutaten, Brauart, Alkoholgehalt, Farbe, Haltbarkeit und natürlich der Geschmack sein. Mehrere Biermarken gehören im Allgemeinen einer Biersorte an. In den meisten Fällen ist deshalb eine einzelne Biermarke auch keine eigene Biersorte.

Am Bier und den Trinkgewohnheiten hat sich durch die französische und später durch die industrielle Revolution vieles verändert. Die Bierqualität erhöhte sich nach der Verabschiedung des Reinheitsgebotes im Jahre 1516.

So wie man sich heute ein Bier vorstellt, dieser Geschmack entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert. Die Biere vorher waren trüber, säuerlicher und grünlicher.

Es entstanden außerdem Exportbiere. Das sind weitere Biersorten mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, die sich für den Export in alle Welt eigneten.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen untergärigen und obergärigen Bieren. Und dabei ist die Hefe von großer Bedeutung. Die meisten Hefen, die in der Natur vorkommen, sind obergärig. Das heißt, dass die Hefe bei moderaten bis warmen Temperaturen am besten arbeitet, das heißt die Umgebungstemperatur liegt zwischen 15 bis 20 Grad. Dabei wird Zucker in Alkohol umgewandelt. Der entscheidende Unterschied zwischen obergärig und untergärig ist also die Temperatur während der Gärung.

Auch die untergärigen Hefen sind in der Natur zu finden und es wurden vor Hunderten von Jahren bereits mehr oder weniger zufällig untergärige Biere gebraut. Zufällig bedeutet, wenn es kalt war , waren die obergärigen Hefen im Bier fürs Arbeiten zu träge, so dass die untergärigen Hefen ihre Arbeit leisten konnten, denn die untergärigen Hefen freuen sich über eine Temperatur zwischen 4 und maximal 9 Grad.

Heute werden untergärige Biere kontrolliert hergestellt. Dafür braucht es zwei durchschlagende Erfindungen der Neuzeit. Damit die untergärigen Hefen gären können, benötigen sie einen gekühlten Raum. Diesen erfand Carl Linde im Jahre 1870. Er entwickelte ein kühltechnisches Verfahren und Gerätschaften für Brauereien, die es ermöglichten, dass ein Raum konstant auf 5 Grad gekühlt wurde. Carl Linde ist sozusagen der Erfinder des Kühlschranks.

Die zweite Erfindung macht es möglich, dass die obergärigen Hefen den untergärigen nicht mehr in die Quere kommen. Es ist die Reinzucht-Hefe. Dem Forscher Emil Christian Hansen gelang 1883 erstmals in den Laboren der Carlsberg-Brauerei in Kopenhagen, einzelne Hefestämme zu isolieren. Durch die Reinzucht-Hefe war es möglich, einen bewusst ausgewählten Hefestamm beim Bierbrauen hinzuzugeben.

Altbier

Ein Altbier ist ein klassisches Vollbier, das mit einer Stammwürze von durchschnittlich 11,5 Prozent gebraut wird. Es hat einen Alkoholgehalt von etwa 4,8 Prozent. Der Geschmack eines Altbieres ist erfrischend und herb. Die empfohlene Trinktemperatur liegt zwischen acht und zehn Grad.

Die Heimat des Altbieres ist im Regierungsbezirk Düsseldorf zu finden. Das Gebiet reicht bis zur niederländischen Grenze (Westen – Nord) und bis Leverkusen (Süd). Altbier wird in großen Mengen in Nordrhein-Westfalen hergestellt. Ein Dutzend Brauereien stellen hier jährlich einen Ausstoß von 3,5 Millionen Hektolitern Altbier her.

Altbier wird auch im Münsterland und anderen Regionen gebraut.

Sauerbier

Sauerbier ist ein Überbegriff für Bier, das in unterschiedlichem Ausmaß sauer ist. Die Säure in den Bieren ist gewollt. Sauerbiere verkörpern verschiedene Bierstile, wie zum Beispiel den belgischen Stilen (Flanders Red, Faro, Oud Bruin, Geuze, Lambic) und natürlich den deutschen Stilen.

Sauerbier ist nicht immer von einer intensiven Säure geprägt, sondern die Geschmacksrichtung kann auch salzig-erfrischend sein. Beim Sauerbier wird häufig mit wilder Hefe gearbeitet.

Die Säure beim Sauerbier entsteht durch die sogenannte Infektion während der Gärung. Es sind die Bakterien (Milchsäure-Bakterien und Milchsäure produzierende Bakterien), die für den charakteristischen Geschmack des Sauerbieres verantwortlich sind.

Für die komplexe Geschmacksrichtung der Sauerbiere wird gern wilde Hefe verwendet. Die unkultivierte Hefe findet man zum Beispiel auf Obstschalen.

Schwarzbier

Viele Bierfreunde denken bei Schwarzbier an Starkbier. Das Schwarzbier gehört allerdings zu den Vollbieren. Es wird mit einer Stammwürze von mindestens elf Prozent gebraut und gehört somit nicht zu den Starkbieren. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,8 bis 5 Volumenprozent. Die Verwendung von Spezial- und Röstmalzen verleiht dem Schwarzbier seine tiefdunkle Farbe.

Für das Schwarzbier gibt es den typischen Schwarzbierpokal aus dem das Bier bei einer Temperatur von 8 Grad Celsius besonders gut schmeckt.

Östlich der Elbe war das Schwarzbier vor der Wiedervereinigung eher ein Außenseiter. Nach 1990 erfuhr das Schwarzbier seine Wiederbelebung durch die alte Brautradition in Ostdeutschland.

Inzwischen gibt es hochwertige Schwarzbiere, die den Geschmack des Verbrauchers genau treffen.

Hochburgen der Schwarzbierbrauerei sind Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Aber auch in anderen Regionen wird Schwarzbier gebraut.

Pils

Pils ist die meist getrunkene Biersorte in Deutschland, denn der Gesamtanteil seines Bierausstoßes liegt bei 65 Prozent.

Pils ist ein Vollbier mit einem Stammwürzegehalt von rund elf Prozent und einem Alkoholgehalt von 4,8 Volumenprozent, die Farbe ist hellgold. Die empfohlene Trinktemperatur liegt bei acht Grad Celsius.

Das Pils wurde 1842 zum ersten Mal am Martinstag in der Stadt Pilsen ausgeschenkt. Pilsen ist eine tschechische Stadt und Namensgeber des Pils.

In Deutschland war das Pils zuerst nur in Preußen äußerst beliebt. Viele Jahrzehnte später feierte es auch in Süddeutschland Einzug.

Besonders gern wird Pils heute im Norden, Westen und Osten Deutschlands getrunken.

Märzen (Oktoberfestbier)

Zwei Wörter – ein Begriff. Traditionell war der Monat März der Monat, in dem das Bier gebraut wurde. Der Oktober mit seinem Oktoberfest war der Monat, in welchem die letzten Fässer geleert wurden.

Das Märzen ist ein sehr weiches, malziges Lagerbier. Es wird in Fässern gelagert, damit es die lange Lagerzeit von März bis September unbeschadet übersteht. Zum Oktoberfest werden die Fässer angestochen. In den letzten 170 Jahren hat sich der Bierstil immer wieder verändert, aber das Oktoberfest bleibt das Oktoberfest und das Bier dazu ein wichtiger Bestandteil.

Bei Märzen spielt die Hopfenbittere nur eine Nebenrolle sowie das Hopfenaroma kaum wahrnehmbar ist. Ein Märzen hat einen höheren Alkoholgehalt als die meisten deutschen Lagerbiere. Das Märzen wird aus Masskrügen getrunken und ist dafür gemacht, größere Mengen zu sich zu nehmen. Die Farbe des Märzen ist gold bis bernsteinfarben. Der Alkoholgehalt beträgt 5,5 bis 6,2 Volumenprozent.

Rauchbier

Das Rauchbier gehört zu den Vollbieren. Es wird untergärig gebraut und ist mit einem leichtem bis starkem Raucharoma versetzt. Ein Rauchbier ist eine dezent malzblumige und vollmundige Bierspezialität mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,5 und 5,5 Volumenprozent.

Der rauchige Geschmack wird durch die Verwendung von Rauchmalz erzielt. Durch Befeuerung auf der Darre mit Buchenholz entsteht das rauchige Aroma.

Besonders verbreitet ist Rauchbier in Bamberg und Umgebung.

Alkoholfreies Bier

Alkoholfreies Bier wird streng nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Dazu gehören Wasser, Gerste, Hefe und Hopfen. Durch Vergärung entsteht auch hier beim Brauen Alkohol. Dieser muss jedoch entzogen werden, damit es sich später um ein alkoholfreies Bier handelt. Dies geschieht entweder durch das Eindämmen des Alkohols während des Brauprozesses oder der Alkohol wird nach abgeschlossenen Brauvorgang schonend entzogen.

Man spricht von alkoholfreiem Bier, wenn der Alkoholgehalt höchstens 0,5 Prozent beträgt. Allerdings liegen die meisten alkoholfreien Biere unter diesem Wert.

Roggenbier

Das Brauen von Roggenbier galt in Bayern als alte Tradition. Trotzdem wurde diese Tradition erst 1988 in Bayern wiederbelebt. Roggenbier wird obergärig gebraut und hat eine dunkle Farbe. Der Alkoholgehalt beträgt etwa 5 Volumenprozent. Mit seinem vollmundigen Geschmack gehört das Roggenbier zu den Vollbieren.

Leichtbier

Auch Leichtbiere werden nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellt. Leichtbier wird mit einem Stammwürzegehalt von sieben bis zwölf Prozent gebraut. Auch hier wird während des Brauprozesses durch Gärung ein großer Alkoholanteil entzogen. Dadurch reduziert sich auch der Kalorienwert. Bei normaler Vergärung enthält Leichtbier mindestens 30 Prozent weniger Brennwert bzw. weniger Alkohol als zum Beispiel ein Pils. Die empfohlene Trinktemperatur beim Leichtbier liegt bei etwa 7 Grad Celsius.

Weizenbier – Weißbier

Weizen- oder Weißbier, da ist kein Unterschied. Lediglich die Bezeichnung ist in Bayern Weißbier statt Weizenbier.

Weizenbier ist das älteste Bier der Welt. Die Babylonierer stellten vor sehr langer Zeit bereits Weizenbier her. Als es noch keine moderne Brautechnik gab, war das Herstellen von Weizenbier von Vorteil. Durch die eingesetzte obergärige Hefe konnte ganzjährlich ohne Kühlung Weizenbier produziert werden.

Weizenbier ist entweder kristallklar oder hefetrüb. Das richtet sich danach, ob es ein helles oder ein dunkles Weizen ist. Der Stammwürzegehalt liegt zwischen 11-14 Prozent und der Alkoholgehalt beträgt 5-6 Volumenprozent. Ein Weizenbier ist fein bis ausgewogen bitter, so dass die Bittereinheiten 18-28 IBU betragen. Die Trinktemperatur liegt zwischen 7-9 Grad Celsius und am besten genießt man ein Weizenbier aus dem Weizenglas.

Das Weizenbier ist reich an Sortenvielfalt, so gibt es auch das:

  • Hefeweizen:

    Das Hefeweizen ist das bekannteste unter den Weizenbieren. Es ist ungefiltert und naturtrüb. Durch die eingesetzte Hefe entsteht die Trübung. Geschmacklich überzeugt das Hefeweizen mit Aromen von Apfel, Banane, Birne und Nelke.

  • Kristallweizen:

    Das Kristallweizen ist gefiltert. Durch die Filterung entfalten sich die Aromen im Bier besser.

    Ein Kristallweizen ist hell, klar und spritzig.

  • Dunkles Hefeweizen:

    Das dunkle Hefeweizen ist nicht ganz so verbreitet wie seine Artgenossen. Es ist ein Bier für Bierliebhaber. Der Charakter des dunklen Hefeweizens ist malzig, karamellig mit ausgeprägter Fruchtigkeit.

  • Steinweizen:

    Leider findet man das Steinweizen kaum noch auf dem Biermarkt. Das Steinweizen wird nach uralter Brauweise gebraut und diese wird leider kaum noch durchgeführt. Das Bier wurde früher in großen Holzkübeln hergestellt. Man erhitzte Steine auf 600 Grad Celsius, um die Maische zum Kochen zu bringen. Die heißen Steine in dem Holzkübel karamellisierten die Maische und so entstand die feine Karamellnote.

  • Weizenbock:

    Der Weizenbock besitzt einen erhöhten Alkoholgehalt von 7 bis 10 Volumenprozent und gehört zu den Starkbieren. Er besitzt ein fruchtiges Aroma.

Malztrunk/Doppelkaramell

Malzbiere werden obergärig gebraut und gehören zu den Vollbieren. Der Stammwürzegehalt beträgt 11 bis 12 Prozent. Gebraut wird mit Wasser, Hopfen und Malz. Der süße Geschmack wird durch Zugabe von Brauzucker erreicht. Bei sehr niedriger Temperatur gibt man die Hefe hinzu, dadurch vergärt der Malzucker nicht. Malzgetränke haben somit auch keinen Alkoholanteil.

Der Konsument spricht zwar immer noch vom „Malzbier“, doch nach dem sogenannten „Süßbierkrieg“ im Jahre 1960 entschied der Bundesgerichtshof, dass Getränk nur noch als „Malztrunk“ zu bezeichnen und als „Malztrunk“ in den Handel zu bringen.

Biermischgetränke

Den deutschen Brauereien ist es seit Änderung des Biersteuergesetzes im Jahre 1993 erlaubt, Biermischgetränke direkt herzustellen und abzufüllen. Biermischgetränke sind Getränkekreationen aus Bier mit Limonade, Fruchtsäften oder Erfrischungsgetränken.

Bockbier

Bockbiere sind untergärig gebraut und es gibt sie hell als auch dunkel. Bockbiere haben mindestens einen Stammwürzegehalt von 16 Prozent und ihr Alkoholgehalt beträgt 7 Prozentvolumen aufwärts. Die Reifung dauert mindestens 3 Monate und durch die Reifung bekommt das Bockbier seine Stärke. Die empfohlene Trinktemperatur beträgt 8 bis 10 Grad Celsius und das Bier sollte aus dem Tonkrug oder dem Seidel getrunken werden.

Auch bei den Bockbieren ist die Vielfalt groß. So gibt es noch:

Doppelbock:

Das Doppelbock Bier weist einen Stammwürzegehalt von mindestens 18 Prozent auf. Bei 8 Prozentvolumen beginnt der Alkoholgehalt. Die Hopfennote ist sehr ausgeprägt und schmecken äußerst vollmundig und malzaromatisch.

Obergärige Bockbiere:

Obergärige Bockbiere sind als Weizen- oder Weizendoppelbock zu finden. Der Unterschied bei den obergärigen Bockbieren ist, dass zusätzliches Weizenmalz eingebraut wird.

Eisbock:

Das Eisbock ist der stärkste unter den Bockbieren. Das Bier wird tiefgekühlt und ein Teil des gefrorenen Wassers wird entnommen. Der Gehalt an Alkohol und Stammwürze wird durch den Entzug von Wasser noch höher.

Das stärkste Bier der Welt, der „SchorschBock“ besitzt momentan einen Alkoholgehalt von 43 Prozentvolumen.

Berliner Weiße

Berliner Weiße gehört zu den Schankbieren. Es ist ein leicht hefetrübes, dunkelgelbes, spritziges Bier. Der Alkoholgehalt beträgt 2,8 Volumenprozent. Der Geschmack ist leicht säuerlich und erfrischend. Berliner Weiße wird mit einem einzigartigen Brauverfahren hergestellt. Bei dem Brauverfahren werden Gersten- und Weizenmalze mit Hilfe einer Mischung aus obergärigen Bierhefen und Milchsäurebakterien vergoren.

Beim Berliner Weiße kommt ein Schuss Waldmeister ins Glas oder Himbeersirup, denn das rundet den Geschmack ab. Die Zutaten kommen erst in das Glas bevor mit Bier aufgefüllt wird.

Zwickelbier

Das Zwickelbier ist eine naturtrübe Bierspezialität. Den Namen erhielt das Zwickelbier durch den keilförmigen Holzzapfen, den man früher in das Spundloch eines Lagerfasses schlug. Beim Zwickelbier handelt es sich im eigentlichen Sinne um eine Probe, die der Braumeister dem Lagertank entnimmt.

Kräusenbier

Das Kräusenbier ist naturtrüb und wird als helle Spezialität sowohl im Fass als auch in der Flasche angeboten.

Wenn die Vergärung beginnt, zeigt sich auf der Oberfläche der Würze eine Kräuselung. Dieser Kräuselung hat das Bier seinen Namen zu verdanken. Die Kräuselung wächst später zu einer dicken Schaumschicht zusammen.

Trappistenbier

Trappistenbiere dürfen nur durch Mönche in Trappistenklöstern gebraut werden und sind eine geschützte Marke.

Trappistenbiere sind dunkle Starkbiere. Sie haben einen Stammwürzegehalt von 18 bis 28 Prozent und der Alkoholgehalt beträgt von 8 bis über 10 Prozentvolumen. Sie werden nach Dubbel, Trippel oder Qudruple bezeichnet.

Während der Lagerung entsteht durch Hefereste im Bier eine zusätzliche Flaschengärung. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Alkoholgehalts und das Aroma kann sich besser entfalten.

Damit das Bier atmen kann, wird es in offenen Kelchen oder Schalen serviert.

Kölsch

Nach der Kölsch-Konvention von 1986 darf das Kölsch nur in Köln und direkter Umgebung gebraut werden. „Kölsch“ ist eine EU-weit geschützte Herkunftsbezeichnung.

Kölsch ist eine hopfenbetonte Kölner Bierspezialität. Das Bier ist hochvergoren und spritzig. Es wird obergärig gebraut und die Farbe ist hellgelb.

Lager/Export

Lager- und Exportbiere weisen eine geringer Bitterkeit auf. Sie sind untergärig gebraut und haben oftmals eine leicht süße Note. Die Farbe der Lager- und Exportbiere kann hell-goldgelb sein, aber auch dunkel. Die Biere sind angenehm weich und malzaromatisch.

India Pale Ale (IPA)

Das India Pale Ale ist eine hell-rötlich-dunkelbraune Biersorte. Der Stammwürzegehalt beträgt zwischen 16 und 20 Prozent. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 6 bis 9 Prozentvolumen. Die Bitterkeit wird zwischen 35-75 IBU angegeben. Das India Pale Ale wird obergärig gebraut. Die empfohlene Trinktemperatur liegt zwischen 9 bis 13 Grad Celsius. Das Bier schmeckt besonders gut aus dem Aleglas (Pint), aber auch in einem Rotweinglas entfaltet das IPA seine volle Schönheit.

Das India Pale Ale war ursprünglich eine Untersorte des englischen Ales. Heute ist es eine eigenständige Biersorte mit ebenfalls weiteren Untersorten (Imperial IPA, belgische IPA, amerikanische IPA).

Eisbier (Ice-Beer)

Die Produktion von Eisbier verlangt einen hohen technischen Aufwand. Bei extrem niedrigen Temperaturen wird das junge Bier nach dem Brauprozesses gelagert. Dabei werden Bitterstoffe durch feine Eiskristalle, welche durch die Kälte entstanden sind, gebildet.

Das Eisbier hat einen besonders weichen und milden Geschmack. Diese besondere Bierspezialität stammt ursprünglich aus Nordamerika.

Diätbier

Diätbiere sind frei von Kohlehydraten, enthalten allerdings Alkohol, aber sie dürfen nicht mehr Alkohol enthalten als die vergleichbaren Vollbiere.

Kellerbier

Ein Kellerbier ist ein junges, nicht gefiltertes und nicht gespundetes Bier. Dem Bier wird bei der Nachgärung fast kein Gegendruck entgegengesetzt. Kellerbier ist hefetrüb mit wenig Kohlensäureanteil. Das Bier kommt direkt aus dem Brauhauskeller in das Glas des Gastes.

Helles

Das Helle ist besonders im Süden Deutschlands verbreitet. Es wird untergärig gebraut und hat eine helle bis goldgelbe Farbe. Es ist gut ausbalanciert in seiner bitteren Hopfencharakteristik und seiner süßlichen Malzcharakteristik. Das Helle ist ein Lagerbier. Es hat einen vollmundigen Körper und ist sehr süffig. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 4,5 und 5,5 Prozentvolumen und der durchschnittliche Stammwürzegehalt liegt zwischen 11 bis 14 Prozent. Aufgrund des Malzeinsatzes liegt der Farbwert beim Hellen durchschnittlich 5 bis 12 EBC.

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