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Weihnachtsbier – das macht es so besonders

Die einen nennen es Weihnachtsbier für die anderen ist es das Winterbier. Eines haben beide Bezeichnungen jedoch gemeinsam: den Winter. Wenn die Tage kürzer werden, die Nächte kälter und länger, dann steht der Winter vor der Tür und mit ihm die Vorweihnachtszeit.

Vorweihnachtszeit bedeutet nicht nur, dass jetz die Zeit für Glühweintrinker angebrochen ist, sondern es ist auch die Zeit angebrochen für:

  • Weihnachtsbier
  • Festbier
  • Winterbock
  • Winterweizen
  • Weihnachtsbock
  • Winterbier
  • Weihnachtsmärzen
  • Adventsbier

In der Winter- und Weihnachtszeit werden vielfältige Biersorten mit winterlichen Namenszusätzen angeboten wie „Schnee“ oder Christkind“. Die Biere sind zeitlich limitiert und nur in einem entsprechenden Zeitraum erhältlich. Die Biersorten unterscheiden sich geschmacklich von anderen Bieren und auch in ihrer Aufmachung zeigen sie deutlich mit ihrem winterlichen Design an, dass sie für die Winter- und Weihnachtszeit stehen.

Die Tradition der Weihnachtsbiere

Das Brauen von besonderen Bierspezialitäten zur Weihnachtszeit hat eine lange Tradition. Der Brauch der Wickinger, zur Ehren der Wintersonnwende ein Bier zu brauen, wurde in abgewandelter Form mit Freude bei uns eingeführt. Lange Zeit waren die Skandinavier führend in der Herstellung ihres Weihnachtsbieres. Zum einen blicken sie auf eine enorme Anzahl von verschiedenen Weihnachts-Biersorten und zum andern war in Skandinavien das Brauen mit weihnachtlichen Zutaten wie Anis, Gewürznelke, Orange, Zimt, Kakao, Vanille und Kardomom längst Tradition.

In Dänemark wurde sogar ein inoffizieller Feiertag ins Leben gerufen. An dem Feiertag, welcher sich aus der Weihnachtsbier-Tradition der Tuborg-Brauerei entwickelte, die seit 1981 immer Anfang November für nur sieben Wochen ihr „Julebry“ herausbringt, besuchen die Brauereiboten auf 50 Routen etwa 400 Gasthäuser, um das Weihnachtsbier unter die Leute zu bringe. Und das kann sich sehen lassen, denn in den kleinen Brauereien herrscht zum Jahresende Hochbetrieb, denn bis zu 90 neue Sorten Weihnachtsbier werden in Dänemark teilweise jährlich kreiert. Insgesamt hat Dänemark stolze 360 Sorten Weihnachtsbier im Angebot. Die dänische Bevölkerung teilt ihre Begeisterung zu der alten Tradition gern in den sozialen Medien.

Definition Weihnachtsbier / Winterbier – Unterschied zu anderen Bieren

Bei einem Weihnachtsbier/Winterbier handelt es sich um ein eingebrautes Bier in der kälteren Jahreszeit. Weihnachtsbier ist kein Bierstil. Pünktlich zur kälteren Jahreszeit wird das Bier meist von kleineren Brauereien gebraut und ausgeschenkt. Dabei ist die Brauart gut auf den Winter abgestimmt, denn die Winterbiere sind oftmals würziger, dunkler und auch schwerer gebraut. Damit die dunklere und kältere Jahreszeit gemütlicher überstanden wird, haben Weihnachtsbiere meist einen höheren Alkoholgehalt. Weihnachtsbiere können angenehm malzig-süß schmecken, aber auch rauchig, würzig bis herb, intensiv und charakterstark. Leckere Noten von dunkler Schokolade, Kaffe sowie Kaminfeuer gehörten zu den typischen Winterbier-Aromen. Es werden auch Gewürze verarbeitet, die man im Glühwein findet, wie zum Beispiel Karamell oder dunkle Trockenfrüchte.

Bei einem Weihnachtsbier wird man kaum mit fruchtigem Hopfen wie bei einem Sommerbier arbeiten, sondern hier liegt das Augenmerk darauf, dass das Winterbier malzig ist, denn je mehr Malz hinzugegeben wird, um so mehr wird Zucker vergoren. Dadurch werden die Biere süßer, alkoholgehaltiger und im Geschmack vollmundiger.

Im Gegensatz zu anderen Bieren, die man gern kalt bis teilweise sogar eisgekühlt zischt, sollten Weihnachtsbiere nicht so kalt getrunken werden. Der Grund sind die Aromen, die sich bei zu großer Kälte nicht so gut entfalten können. Ein gutes Richtbarometer dabei ist der Alkoholgehalt, welcher in etwa auch für die richtige Trinktemperatur steht.

Herstellung von Weihnachtsbier / Winterbier

Bei der Herstellung von Weihnachtsbieren wird darauf geachtet, dass sie nicht hopfig sind, denn der Hopfen verleiht dem Bier eine kräftige Bittere, die in einem Weihnachtsbier keinen Platz hat, sondern beim Weihnachtsbier wird Wert auf eine ausgewogene Malzigkeit gelegt. So kommen beim Winterbier meist Spezialmalze zum Einsatz. Die dunkle warme Farbe erhält das Winterbier durch ein besonderes Maischverfahren wie z. B. das Zwei- oder Drei-Maischverfahren. Aber auch für die Vollmundigkeit und den Alkoholgehalt ist das Malz verantwortlich. Das Bier wird süßer und der Alkoholgehalt erhöht sich auf bis zu 13%  und mehr Volumen-Prozent. Der Stammwürzegehalt beim Winterbier beträgt durchschnittlich 12,3 Prozent.

Weihnachtsbier kann man zum Beispiel mit dem Bierstacheln auch selbst herstellen. Wichtig für die Zubereitung ist ein sehr dunkles, malzbetontes und vor allem süßes Bier. Weiterhin benötigt man einen Metallstab mit Holzgriff. Ein Bunsenbrenner erhitzt den Metallstab, welcher kurz ins kalte Bier getaucht wird. Der Restzucker wird so im Bier karamellisiert. Ein weiterer Effekt ist der besonders cremige Schaum, der durch den Vorgang entsteht.

Typische Winterbier-Bierstile

Die winterlichen Bierspezialitäten können nach Bierstilen abgerenzt werden  – und zwar unterscheidet man:

  • Bockbiere und Weizenbockbiere
  • Porter und Stouts
  • Barley-Wine
  • fassgereifte Biere
  • Dubbel, Tripel und Quadrupel (stärker eingebraute Kloster- und Trappistenbiere)

 

Bockbiere

Die Weihnachts- Bockbiere (auch Doppelbock)  werden meist als Winterbock bezeichnet. Bockbiere gehören zu den Starkbieren, deren Brauart untergärige als auch obergärig sein kann. Der Stammwürzegehalt von Bockbieren liegt über 16 Grad Plato und der Alkoholgehalt bei circa 6,5 Volumen-Prozent. Bockbiere sind meist etwas dunkler, schwerer und malzaromatischer als andere Biere. Feine Röstaromen sind ihr Markenzeichen.

Porter und Stouts

Die Porter und Stouts als Weihnachtsbiere weisen für ein Winterbier einen relativ geringen Alkoholgehalt auf. Porter haben eine mittelbraune Farbe und einen mäßig vollen Körper. Doch auch hier wird der Gaumen beim Antrunk mit Aromen von Brot, Kaffee und Nuss verwöhnt und der Malzkörper gestaltet sich dominant.

Das Stout wird obergärig gebraut und besitzt eine dunkle Farbe, die in Schwarz geht. Das Stout ist eine Variation des Porters und wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt. Die Besonderheit beim Stout ist seine extrem hohe Malzigkeit im Geschmack. Der Alkoholgehalt beträgt bis zu 12 Prozent. Durch seine besondere Vollmundigkeit und den kräftigen Körper eignet sich das Stout besonders gut als Weihnachtsbier.

Weizenbock

Ein Weizenbock wird obergärig gebraut und ist eine klassische süddeutsche Bierspezialität. Der erste obergärige gebraute Weizendoppelbock der Welt ist das „Aventinus“.

Beim Weizenbock ist die Schaumkrone stabil und kräftig. Besonders kräftige und vielfältige Aromen sind deutlich ausgeprägt. Typisch für den Weizenbock sind die gewürznelkenartigen und fruchtig-esterigen Aromen sowie Banennoten. Auch die Malzsüße steht hier im Vordergrund, die Hopfenbittere hält sich im Hintergrund zurück.

Barley-Wine

Barley-Wine ist ein Bier, das aus besonders viel Gerste (barley) hergestellt wird und wunderbar süß schmeckt. Der Alkoholgehalt kann mit dem eines Weines verglichen werden und liegt bei 7 bis 13 Prozent. Barley-Wine wird mit hochwertigen Aromahopfen verfeinert. Die Farbe liegt zwischen braunen und dunklen Rottönen. Barley-Wine besitzt eine nicht besonders haltbare grobporige Schaumkrone.

Durch die malzige Süße und den hohen Alkoholgehalt macht  Barley-Wine als Weihnchtsbier einen richtig guten Eindruck.

Fassgereifte Biere

Fassgereifte Biere werden bevorzugt als Winterbiere eingesetzt, weil Biere mit hohem Alkoholgehalt eine gute Haltbarkeit aufweisen und der komplexe Körper außerdem dem aromatischen Gegenspieler im Fass gewachsen ist. Die Biere erhalten durch die Fassreifung ein besonderes Aroma, das rauchig, malzbetont oder auch nussig ist. Diese Eigenschaften sollen möglichst mit den Nuancen und dem vorherigen Inhalt des Fasses in Einklang gebracht werden. Es entsteht ein wahrer Gaumenschmaus zu Weihnachten, denn fassgereifte Biere sind wertvolle, köstliche Winterbiere. Sie überzeugen mit komplexen Körper, hohem Alkoholgehalt und feinem Abgang.

Dubbel, Tripel und Quadrupel

Hier handelt es sich um Biere wie im Kloster, deren Tradition auf die Zeit der Trappisten zurückgeht. Es handelt sich dabei um schwere, obergärige und dunkle Biere der Trappisten, die in Belgien gebraut wurden.

Dubbel: Ist ein sehr leichtes Bier. Der Alkoholgehalt liegt hier nur bei etwa 6 bis 8 Volumen-Prozent. Der Geschmack ist süßlich und röstaromatisch.

Tripel: Zeichnet sich durch einen süßlich-schweren Geschmack aus. Der Alkoholgehalt beträgt acht bis  zehn Volumen-Prozent. Ist ein typisches Weihnachtsbier mit seinen Kräutern wie Koriander.

Quadrupel

Das Quadrupel setzt erst ab 10 Prozent Alkohol an. Der Geschmack wird beim Quadrupel besonders harmonisch betrieben. Die komplexen Aromakörper setzen sich aus Noten von Pflaumen, Grapefruit, Feigen und mit der Süße des Malzes zusammen. Der Körper ist vollmundig und schwer, der Schaum cremig. Quadrupel ist das perfekte Weihnachtsbier.

Weihnachts-Winterbier-Biersorten

Der Kreativität sind beim Brauen von Weihnachtsbier kaum Grenzen gesetzt. Und so bringen die kleinen und großen Brauereien jedes Jahr die verschiedensten Biersorten auf den Markt, aber auch zu den unterschiedlichsten Zeiten, denn die kleinen Brauereien bleiben traditionell und bringen ganz nach altem Brauch ihre Biere erst im November auf den Markt. Für die großen nationalen Brauereien beginnt das Weihnachtsbiergeschäft bereits im Oktober.

Übersicht:

BiersorteGattungBesonderheit
Grohe kleiner BockBockbier
Weihenstephan Tradition BayerischDunkel
Ayinger WinterbockBockbier DoppelbockKaramell, Kaffee, Dörrobst
Grohe Barrel Aged DoppelbockDoppelbock
Weltenburger Kloster WintertraumWinterfestbier
Alpirsbacher WeihnachtsbierFestbierSteinobst, Honig, Biskuit
Engel WeihnachtsbierWinterfestbier
Faust WinterfestbierWinterfestbier
Camba Wilderer WeisseWeissbier dunkelBanane, Karamell
Glaab’s EisbrecherBockbier
Andechser WeizenbockWeizenbockPfirsich, Aprikose, Nelke, Birne, Banane, Honig
Flötzinger WeihnachtsbockFestbier BockWürzig, Honig, Toast
Ayinger CelebratorDoppelbockKaramell, Toast, Dörrobst, Nüsse
Pfungstädter St. NikolausBockbierGetrocknete Früchte, Apfel, Karamell, Kaffee, Schwarzbrot
Schneider Weisse TAP9 EisbockEisbockGetrocknete Früchte, Banane, Dörrobst, Schokolade
Hofbräu DunkelDunkel
Andechser Doppelbock DunkelDoppelbock DunkelKaramell, Dörrobst, Kakao
Schlappeseppel WinterbockBockbier Winterbier
Kuchlbauer Alte LiebeWeissbier dunkel
Weltenburger Kloster Barock DunkelDunkel
Tucher Christkindlmarkt BierFestbier
Weltenburger Kloster Asam BockBockbier
Engel Bock DunkelDunkel BockbierGetrocknete Früchte, Dörrobst, Kaffe, Schokolade
Faust EisbockEisbock CraftbeerKaramell, Dörrobst, Schokolade

Im Übrigen sind die Biere sehr schnell ausverkauft, weil sie auch gut haltbar sind, deshalb sollten die Bierfreunde beizeiten zugreifen, um die Weihnachts- und Winterzeit mit ihrem Lieblings-Weihnachtsbier genießend zu verbringen. Und wegen der guten Haltbarkeit der Winterbiere hat der eine oder andere Bierfreund auch noch im Frühjahr bei Sonnenschein an seinem Winterbierchen Freude.

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2 Kommentare

  1. Hallo, ich bin keine Biertrinkerin und auf Grund eines Tipps auf diese Seite gestoßen.Ich finde die Texte sehr informativ und wundervoll geschrieben.
    Vielen Dank dafür.
    Kann ich Ihre Seite abonnieren?
    Viele Grüße und weiter so
    Sindy Witten

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